Monica Bonvicini

© Kurier / Franz Gruber

Kultur

Oskar Kokoschka-Preis geht an Monica Bonvicini

Die langjährige Akademie-Professorin erhält den renommierten, mit 20.000 Euro dotierten Preis

von Michael Huber

01/10/2020, 11:28 AM

John Lennons Witwe Yoko Ono erhielt ihn, der kürzlich verstorbene Konzeptkunst-Pionier John Baldessari erhielt ihn, Maria Lassnig und Valie Export auch: Nun gab die Universität für Angewandte Kunst bekannt, dass der Oskar-Kokoschka-Preis, eine der renommiertesten und mit 20.000 Euro höchstdotierten Kunst-Auszeichnungen der Republik, 2020 an die gebürtige Venezianierin Monica Bonvicini vergeben wird.

Die Künstlerin, die zuletzt mit einer Werkschau im Belvedere 21 gewürdigt wurde, hat in Wien in mehrfacher Hinsicht Spuren hinterlassen. Von 2003 bis 2018 lehrte Bonvicini an der Akademie der bildenden Künste Wien Performative Kunst und Bildhauerei, wo sie eine Generation erfolgreicher Künstlerinnen - darunter Toni Schmale, Kris Lemsalu oder Anna Witt - mit prägte. In ihrer eigenen Kunst entwickelte Bonvicini in den Medien Skulptur, Installation, Zeichnung, Video und Fotografie ein physisch sehr direkt ansprechendes Vokabular, um immer wieder Fragen von Macht und Zwang anzusprechen.

Rostfreier Stahl, Gummi, Leder, Stacheldraht sind nur einige der Materialien, die dabei zum Einsatz kommen und eine mitunter harte, jedenfalls aber unverkennbare Ästhetik produzieren. Bei der Venedig-Biennale 2015 gingen Bilder von Bonvicinis mit schwarzem Poyurethan überzogenen Kettensägen um die Welt. 2018 stellte Bonvicini ein großformatiges Billboard, auf dem Zeichnungen abgebrannter Häuser zu sehen waren, am Wiener Graben auf.

"Ich freue mich sehr, dass wir eine Künstlerin auszeichnen, die die festgefahrenen Disziplinen und Medien schon lange verlassen hat und sich in ihrer Arbeit immer auf sozial-politische Gegebenheiten bezieht", ließ Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst und Vorsitzender Jury, in einer Aussendung wissen.

Der Oskar-Kokoschka-Preis wird alle zwei Jahre vergeben und wird seit 1980 vom (damals so genannten) Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gestiftet. Er soll "hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Bildenden Kunst an nationale oder internationale Künstler_innen" auszeichnen und soll statutengemäß am Geburtstag seines Namensgebers Oskar Kokoschka verliehen werden. Aus organisatorischen Gründen wird der Preis heuer am Freitag, 28. Februar 2020 - und nicht am 1.3. - verliehen, hieß es vonseiten der Universität.

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