Kultur 16.04.2018

ORF - Kritik an Steger aus dem Stiftungsrat

Stiftungsrat Norbert Steger (li.) und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz © Bild: APA - Austria Presse Agentur

Stegers Sager vom Wochenende könnten ihm vielleicht sogar den angestrebten Posten als Stiftungsrats-Vorsitzenden kosten.

Aus dem ORF-Stiftungsrat kommt Kritik an den Aussagen des freiheitlichen Mitglieds Norbert Steger. "Meine Unterstützung für diese Aussagen bekommt er nicht", sagte der Kärntner Vertreter Siggi Neuschitzer am Montag im Gespräch mit der APA. Und: "Wenn er das vertritt, werde ich ihn sicher nicht zum Vorsitzenden wählen." Steger galt zuletzt als Favorit für diese Funktion.

Der ORF-Stiftungsrat in seiner künftigen Form ist derzeit noch nicht komplett, denn das Gremium konstituiert sich im Mai neu. Neuschitzer ist wieder mit dabei, er wurde jüngst von der Landesregierung bestätigt. Ursprünglich vom damaligen freiheitlichen Landeshauptmann Gerhard Dörfler entsendet, sieht er sich "noch immer zum freiheitlichen Lager zugehörig, auch wenn ich nicht im Freundeskreis bin. Aber das unterstütze ich sicher nicht", sagte er in Richtung Steger. "Ich kann doch nicht als Aufsichtsrat zu regieren beginnen." Auch andere - schwarze - Bundesland-Vertreter könnten damit ein Problem haben, schätzt Neuschitzer. Thomas Zach, Vorsitzender des ÖVP-"Freundeskreises", war am Montag für die APA vorerst nicht erreichbar.

Sachliche Sager?

FPÖ-Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein wiederum musste sich am Montag fragen lassen, wie der Wunsch der Regierungsparteien nach einer "sachlichen Debatte" mit Stegers Sagern zu vereinbaren ist. "Norbert Steger hat als Eigentümervertreter seine Meinung kundgetan, das steht ihm selbstverständlich zu, aber ich als Mediensprecher maße mir nicht an, vom Parlament aus Ratschläge ans ORF-Management zu erteilen", sagte er im Gespräch mit der APA. "Einflussnahmen aus der Politik" auf den ORF lehne er ab, erklärte Jenewein.

Inhaltlich seien einige Punkte wie etwa Social Media-Richtlinien für ORF-Journalisten "zu unterstreichen", meinte er weiter. Die "emotionale Zuspitzung" aber sei nicht seine Sache. Die Medien-Reformdiskussion sei ein "ergebnisoffener Prozess, wo jeder eingeladen ist, seine Beiträge zu bringen. Das machen manche pointierter, manche ruhiger. Ich bin für die ruhigere Art." Dass sich Steger schon im Juni ein neues ORF-Gesetz wünscht, hält Jenewein für einen "sehr ambitionierten Zeitplan", schließlich finde ja die Enquete erst im Juni statt.

( Agenturen ) Erstellt am 16.04.2018