Kultur
29.12.2011

ORF: Keine Lügen mehr

Alle Parteien wollen nur das eine: viel Einfluss auf Personal und Programm.

Im Namen der Österreicherinnen und Österreicher (ausnahmsweise): Wir wollen bitte, bitte nicht mehr angelogen werden. Vor allem bitte, bitte nicht so dumm und ungeniert, wie in diesen Tagen in der Causa Pelinka, die längst eine Causa „Zukunft des ORF“ geworden ist. Der Generaldirektor, Freund aller Parteien, die ihn jemals wählen würden, soll seinen Büroleiter bekommen, aber uns nicht mehr erklären, dass er sich den SPÖ-Freund ausgesucht hat.

ÖVP-Klubobmann Kopf soll bitte nicht mehr säuseln, dass er sich „Sorgen um die Unabhängigkeit des ORF“ mache. Seine Partei hat sich einmal ein Gesetz gezimmert, das ihr den Durchgriff in die Information sichern sollte. Auch Grüne und FPÖ sollen uns ihre Krokodilstränen ersparen. Sie arbeiten sogar heimlich und hemmungslos zusammen, wenn es um den Einfluss im ORF geht. Am ehrlichsten geht noch SPÖ-Staatssekretär Ostermayer mit der Büroleiter-Krise des ORF um. Demokratie funktioniere eben über Parteien, sagt er. Ja, eh, aber es steht nirgends, dass sie sich so ungeniert den ORF aufteilen dürfen, wie sie es bei der letzten ORF-Wahl getan haben. Die Parteien machen den ORF gerade endgültig kaputt, da hilft kein Herumlügen, das ist evident.

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