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Immobilie
06/14/2016

ORF verkauft nur das halbe Funkhaus

Landesstudio Wien bleibt - Käufer Vorarlberger Baugruppe Rhomberg

Die Vorarlberger Baugruppe Rhomberg erhält den Zuschlag für den Verkauf des ORF-Funkhauses. Der ORF führte zuletzt Gespräche mit neun Kaufinteressenten, Rhomberg hat dabei das beste Angebot gelegt. Dies teilten ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und ORF-Finanzdirektor Richard Grasl in einem Schreiben an die Mitglieder des ORF-Stiftungsrats mit. „In den vergangenen Tagen haben wir den Verkauf des Funkhauses in der Argentinierstraße zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. Das renommierte Vorarlberger Bauunternehmen Rhomberg hat das klar beste Angebot gelegt und somit von uns - selbstverständlich vorbehaltlich der Zustimmung des Stiftungsrats - den Zuschlag erhalten“, so die ORF-Manager.

Formeller Beschluss nötig

Das oberste ORF-Gremium muss den Verkauf in seiner Sitzung am 23. Juni noch absegnen. Zugleich soll der Beirat der Rhomberg Bau GmbH den Kauf bis Ende dieser Woche formell genehmigen. „Das Angebot ist finanziell das beste und ermöglicht gleichzeitig die Fortführung der Argentinierstraße als Kulturstandort und die Realisierung eines citynahen ‚Hauptstadtbüros‘“, informierten Wrabetz und Grasl.

Hoher Erlös

Zum Kaufpreis gab es keine Angaben. Der geplante Verkaufserlös von 20 Millionen Euro dürfte aber weit übertroffen werden. Rhomberg übernimmt die Gesamtliegenschaft in Wien-Wieden ohne den östlich gelegenen Radio-Sendesaal, den mittigen Peichl-Trakt und die westlichen Studios. Der „Kulturtrakt“ und der Peichl-Trakt verbleiben im Eigentum des ORF. „Somit können das Radiokulturhaus mit dem großen Sendesaal und seinen Nebenflächen sowie die großen Radiostudios und das Hörspielstudio auch in Zukunft für kulturelle Aktivitäten genutzt werden."

Ö1 und FM4 müssen absiedeln

Hintergrund des Verkaufs ist die geplante Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte im ORF-Zentrum am Küniglberg. Ö1 und FM4 übersiedeln auf den Küniglberg, das ORF-Landesstudio Wien und das künftige Stadtstudio bleiben im Funkhaus. Unter den Mitarbeitern in der Argentinierstraße gab es seit Beginn des Verkaufsprozesses Widerstand gegen die Pläne. Auch eine prominente Gruppe aus Kulturvertretern um den Schauspieler Karl Markovics sprach sich gegen den Verkauf der Liegenschaft aus und legte schließlich selbst ein Angebot für das Funkhaus.

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