Kultur
27.12.2017

Opulentes TV-Spektakel "Maria Theresia" startet

Robert Dornhelms prominent besetzter Event-Zweiteiler "Maria Theresia" soll vor allem unterhalten (Mi./Do., 20.15)

Er ist so etwas wie der Spezialist für opulente TV-Stoffe. Regisseur Robert Dornhelm, eben 70 geworden, hat sich nach Anna Sacher im Vorjahr und früher "Kronprinz Rudolf" nun Österreichs Vorzeige-Monarchin " Maria Theresia" angenommen. Der Event-Zweiteiler über deren junge Jahre, der am Mittwoch und Donnerstag jeweils um 20.15 Uhr in ORF2 zu sehen ist, soll aber keine Geschichtslehrstunde sein. "Es ist eine Liebesgeschichte. Ich wollte einen lustigen und amüsanten Unterhaltungsfilm machen", so Dornhelm.

Weil sich Fritz Karl als Kaiser Karl VI. amüsant, aber umsonst, um einen männlichen Nachkommen müht, rückt gegen alle Absichten (z.B. von Karl Markovics als Prinz Eugen) Maria Theresia in die erste Reihe.

Ambivalenz

Verkörpert wird sie von Burg-Ensemblemitglied Marie-Luise Stockinger. "Ich hatte sie nie als junge Frau im Kopf", sagt die 25-Jährige. "Man weiß, wo und wie sie in die Geschichte eingegangen ist. Durch den Film hat man nun die Freiheit zu erzählen, wie sie so geworden ist." Dabei treffen einander Liebesgeschichte und politische Zwänge, die später in einem autoritären Stil münden. Was Dornhelm, der in Los Angeles lebt, im KURIER-Gespräch an Donald Trump denken lässt, "der ja auch am liebsten ein feudalistisches Regime aufbauen würde". In weiteren Rollen zu sehen sind unter anderem Cornelius Obonya als Maria Theresias Lehrer Gottfried Spannagel, Julia Stemberger als deren Vertraute und Vojtech Kotek als Franz Stephan.

"Maria Theresia", eine Koproduktion von MR- und Beta Film mit Maya Production, ist übrigens die erste Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aus Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn im fiktionalen Bereich. Gedreht wurde in den jeweiligen Landessprachen.

TV-Dokus

Als erste Frau lenkte Maria Theresia die Geschicke des Habsburger-Reiches und ihre Ära gilt als Hochblüte der Monarchie. Diese dokumentiert Filmemacher Georg Riha mit fantastischen Bildern in seiner Dokumentation „Maria Theresia – Vermächtnis einer Herrscherin“, die ORFIII heute, Mittwoch, um 21.55 Uhr, ausstrahlt.

Am Donnerstag, 28. Dezember, nach der letzten Folge des Zweiteilers „Maria Theresia“, widmet sich ein „Universum History“ in Form einer Spieldoku mit Gerti DrasslMaria Theresia – Majestät und Mutter“ (22.30; ORF2). Im Mittelpunkt stehen ihre Machtallianzen und – damit untrennbar verbunden – die ausgeklügelte Heiratspolitik.