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Kultur
10/04/2021

Österreich-Ausstellung in Auschwitz: Ein wichtiger Gedenkort

Neue, historisch überarbeitete österreichische Länderausstellung in Auschwitz wurde eröffnet.

von Werner Rosenberger

Sehr lange hat es gedauert, bis man sich 2009 entschlossen hat, die österreichische Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in Polen, den sogenannten „Österreich-Pavillon“, zu erneuern. Lange hatte sich Österreich dort als „erstes Opfer des Nationalsozialismus“ präsentiert, während die Mittäterschaft weitgehend ausgeblendet wurde.

Und wieder vergingen lange Jahre, bis am Montag die neue und vor allem historisch überarbeitete österreichische Länderausstellung „Entfernung – Österreich und Auschwitz“ im Museum Auschwitz-Birkenau mit einer Gedenkfeier eröffnet werden konnte.

Die vom wissenschaftlich-kuratorischen Team um Hannes Sulzenbacher und Albert Lichtblau sowie Architekt Martin Kohlbauer geschaffene Ausstellung erzählt nicht nur vom Schicksal der österreichischen Opfer und dem Widerstand von Häftlingen im Konzentrationslager, sondern auch von Österreichern, die dort Verbrechen begangen haben.

Die Neugestaltung steht unter dem Motto „Entfernung“. Wer nach Auschwitz kam, für den war die österreichische Geschichte eigentlich „weg, bedeutungslos, nicht mehr greifbar“ gewesen, sagte Sulzenbacher. Es sei nur mehr darum gegangen zu überleben. „Alle Fäden zur Heimat waren abgerissen.“

Erinnerung

Daher wird in der Schau das, was mit Österreich zu tun hat, nicht mit realen Objekten, sondern virtuell dargestellt: „Es hat hier den Status einer Erinnerung.“

Als Kontrast dazu würden reale Objekte gezeigt, die direkt mit Auschwitz zu tun hätten.

Jährlich besuchen 4.000 Österreicher Auschwitz, wo „an einem einzigartigen, authentischen Ort ein wichtiges Stück österreichische Geschichte erzählt wird“, sagt Hannah Lessing, die Generalsekretärin des Österreichischen Nationalfonds für Opfer des Nationalsozialismus. „Alle Opfergruppen sind berücksichtigt, insofern ist dieser Lernort auch als Tolerance Center zu verstehen.“

Doch Besuche in Auschwitz brauchen tiefergehende Vorbereitung. Aktiv eingeladen sind Schüler, für die ein komplettes Programm entwickelt wird. Lessing: „Wir setzen stark auf Vermittlung.“

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