Kultur 05.12.2011

Neuer Zwist im Hause Wagner

© Bild: ap

Kurz vor der Premiere des "Sängerkriegs auf der Wartburg" gibt es wieder Familienkrieg am Grünen Hügel.

Neuer Zwist im Hause Wagner kurz vor der Premiere des "Sängerkriegs auf der Wartburg" unter der Regie von Sebastian Baumgarten am 25. Juli: Nike Wagner (66) wirft ihren Cousinen, den Bayreuther Festspielchefinnen Katharina Wagner (33) und Eva Wagner-Pasquier (66), vor, den 200. Geburtstag des Komponisten Franz Liszt zu ignorieren. "Das ist unverständlich, beschämend und skandalös", so die Chefin des Kunstfestes Weimar gegenüber dem "Spiegel". Die Bringschuld der Familie Wagner gegenüber Liszt, Richard Wagners Schwiegervater, sei gewaltig. "Ich bin tief getroffen, dass meine Cousinen taub waren für meine Bitte, das Festspielhaus zu öffnen für ein großes Fest- und Geburtstagskonzert am 22. Oktober", so Nike Wagner.

"Es wäre ein grandioses Ereignis gewesen", sagte sie. "Und ein Beginn der Schuldentilgung." Liszt (1811-1886) habe viel für Richard Wagner (1813-1883) getan und diesen stets "nibelungentreu unterstützt". Nach Wagners Tod habe ihn die Familie jedoch "in die Versenkung befördert". "Er hat bei den Wagners nie etwas gegolten", klagte Nike Wagner.

Kritik an Angela Merkel

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), eine regelmäßige Bayreuth-Besucherin, wurde bei der Kritik nicht ausgespart: Sie wundere sich über die "bedingungslose Verbundenheit von Frau Merkel mit dem politisch höchst krisenträchtigen Komplex Bayreuth", sagte Nike Wagner. Es wäre besser, "wenn unsere Regierungschefin einmal die Runde machen würde und den anderen Häusern und Festivals die Ehre gäbe - denen, die sich fürs Neue engagieren und von Medien und Geldgebern vernachlässigt werden".

Erstellt am 05.12.2011