Carey Mulligan und Ralph Fiennes teilen ihre Leidenschaft für Ausgrabungen

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Streaming
01/29/2021

Netflix: Waren es die Wikinger oder doch die Anglosachsen?

Historiendrama "Die Ausgrabung" auf Netflix: Ralph Fiennes buddelt ein altes Schiff aus, Carey Mulligan sieht ihm dabei zu

von Alexandra Seibel

Ein verdächtiger Rasenhügel erhebt sich auf einem Grundstück in der englischen Grafschaft Suffolk. Was könnte sich darunter verbergen? Vielleicht ein archäologisches Fundstück? Ein Grabmal der Wikinger? Oder gar der Anglosachsen?

Wer bei dieser Fragestellung aufgeregt an seinen Nägeln zu kauen beginnt, ist bei dem gediegenen Historiendrama „Die Ausgrabung“ (ab Freitag auf Netflix) bestens aufgehoben.Tatsächlich zählt der Fund von Sutton Hoo in Suffolk im Jahr 1939 zu den bedeutendsten der britischen Archäologie und hat die Geschichtsschreibung verändert.

Abgesehen von dieser wissenschaftlichen Spitzenmeldung aber entrollen sich die Ereignisse rund um die Sensationsausgrabung mit derartig elegischem Selbstbewusstsein, dass es schon fast wieder originell wird.

Ralph Fiennes spielt einen bäuerlichen Hobby-Archäologen namens Basil Brown, der von einer gewissen Mrs. Edith Pretty für Ausgrabungen auf ihrem Landsitz engagiert wird. Mrs. Pretty ist verwitwet, Mutter eines Buben und schwer herzkrank. Carey Mulligan spielt sie mit bekümmerten Gesicht, das sich aber in Anwesenheit von Mr. Brown zunehmend aufzuhellen beginnt.

Zwischen den beiden – man ahnt es schon – entspinnen sich zarte Gefühle, doch diese werden – very British – nicht ausgesprochen. Stattdessen buddelt Brown leidenschaftlich in der Erde herum, wird einmal sogar verschütten und von Mrs. Pretty höchst persönlich – Mund-zu-Mund-Beatmung! – wiederbelebt.

Dann taucht plötzlich eine Abordnung des Britischen Museums auf und will die Fundstelle für sich reklamieren. Das bringt etwas Schwung in die Bude, zumal sich auch hier – in aller Berechenbarkeit – Liebesbeziehungen anbahnen.

Ralph Fiennes und Carey Mulligan, zwei exzellente Schauspieler, könnten ihre Rollen im Schlaf spielen – was sich manchmal auch ein bisschen so anfühlt.

Regisseur Simon Stone inszeniert die Ereignisse am Vorabend des Zweiten Weltkrieges mit gebotener Melancholie, in stimmungsvollen, honiggelben Landschaftsbildern und zu perlender Klaviermusik. Die Wirkung ist sedierend. Manchmal gibt es einfach nichts Entspannenderes als gepflegte Konvention.

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