Kultur
01.04.2018

Metallica live: Wut, spektakuläre Show und ein Falco-Song

Die US-Metalband spielte in der Wiener Stadthalle neben Hits wie "Nothing Else Matters" und "Enter Sandman" auch "Rock Me Amadeus".

So hart und dröhnend hat man „Rock Me Amadeus“ noch nirgendwo gehört. Aber es ist ja auch nicht irgendeine Band, die hier den berühmtesten Falco-Song covert, sondern Metallica, die mit diesem Stil ein ganzes Genre geprägt haben. Die Hälfte ihrer „WorldWired“-Show haben die Amerikaner jetzt gespielt. „Wenn ihr das erkennt, singt mit!“ hatte Sänger James Hetfield die 15.500 Konzertbesucher  zuvor aufgefordert, während Bassist Rob Trujillo und Lead-Gitarrist Kirk Hammett sich auf dem Boden der mittig stehenden Bühne ein paar Zettel zum Ablesen der Akkorde zurecht legten. Doch sofort funkte es nicht bei allen, als sich die beiden danach wuchtig und brachial in das Amadeus-Riff stürzten. Erst der Refrain macht eindeutig, dass sich Metallica hier eine nette Huldigung an österreichisches Kulturgut hat einfallen lassen.

Aber so richtig patriotisch sind die österreichischen Metallica-Fans offenbar nicht. Denn die „Amadeus“-Einlage war - wie die mit dem Metallica-Logo überschriebene österreichische Flagge bei „Spit Out The Bone“ -  noch eine der weniger umjubelten Stellen in dem zweistündigen Set. Denn einmal mehr bot das Quartett dabei alles, wofür es berühmt ist: Die rabiat dahin stampfende Rhythmus-Gitarre von Hetfield, seinen rauen Gesang und die Riffs von Hammett, die genauso im Turbo-Tempo daher kommen, die wie Drum-Salven von Bandgründer Lars Ulrich.

Immer wieder faszinierend ist die technische Brillanz dieser Musiker, die Präzision in ihrem Zusammenspiel. Und sie wissen, wie man all das in den Dienst von Songs stellt. Aber auch, wann während einer Show die Ohren eine Pause vom Wut-getriebenen Brachial-Sound brauchen. Immer dann schieben sie Ruhigeres wie „Fade to Black“ dazwischen.

Viel Raum nehmen die neuen Songs vom jüngsten Album „Hardwired . . . To Self-Destruct“ ein. Sieben Stück davon haben Metallica nach Wien mitgebracht. „Moth Into Flame“ - auf dem Album ein Höhepunkt - wird hier durch den besten Showeffekt des Abends illustriert: Dutzende Minidrohnen, die aussehen wie kleine Lichtpunkte heben sich aus dem Bühnenboden und schwirren über den Köpfen der Musiker herum, bevor sie sich in ineinander greifende Kreise formieren.

Aber auch der Rest der Show ist beeindruckend. 52 LED-Würfel, die das Dach der Bühne umsäumen und aber bis fast zum Boden abgesenkt werden können, sorgen für spektakuläre Effekte. Zwischendurch liefern sich die Vier ein Percussion-Match an in LED-Quader eingebaute elektronische Drum-Kits. Und die meisten der Metallica-Hits von „Master Of Puppets“ über „Nothing Else Matters“ bis „Enter Sandman“ stehen auch auf dem Programm. Dank der mittigen Bühne, auf der die Musiker permanent Stellung wechseln und in jede Richtung spielen, ist außerdem von allen Plätzen der seit Monaten ausverkauften Stadthalle gleich gute Sicht.

Aber all das wäre nicht genug, wenn Metallica diese Szenerie nicht mit ihrer auch nach 37-Dienstjahren noch ungebrochenen Energie füllen würden. „Wie lieben, was wir tun“, erzählte Hetfield zwischendurch dem Stadthallen-Publikum, dehnte das Wort „lieben“ dabei extra lang. Es wäre nicht notwenig gewesen, das so zu betonen. Das war am Karsamstag in Wien einmal mehr zu hören.