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Kritik
10/18/2019

"Meister und Margarita" im Akademietheater: Der Teufel in der Redaktion

Die Dramatisierung des in der Sowjetunion verbotenen Romans von Michail Bulgakow hatte am Donnerstag Premiere.

von Thomas Trenkler

Dass die Burg Sympathie für den Teufel hegt: Dies lässt sich wohl nicht leugnen. Martin Kusej, der neue Direktor, ergänzte die Dramatisierung von Klaus Manns Roman „Mephisto“ über den Feigling Hendrik Höfgen, die er von der Ära Karin Bergmann übernahm, mit seiner mächtigen „Faust“-Interpretation, in der sich Bibiana Beglau als des Pudels Kern entpuppt. Zudem übertrug er der Video-Künstlerin Ene-Liis Semper und dem Regisseur Tiit Ojasoo, die im Jahr 2004 das Theater NO99 in Tallinn gründeten und seither ein eingeschworenes Team bilden, die Inszenierung von „Meister und Margarita“.

Wieder eine Dramatisierung – nach dem zunächst in der Sowjetunion verbotenen Roman von Michail Bulgakow. Und wieder ist Opportunismus ein Thema. Aber nur eines von vielen.