Meistbesuchte Museen 2025: Ein vorläufiger Höhepunkt?
200 Millionen Menschen gingen 2025 in eines der großen Kunstmuseen der Welt: Das ergibt die Statistik des Fachmagazins The Art Newspaper, das jedes Jahr die Besuchszahlen der Museen weltweit erhebt und eine Liste der "Top 100" erstellt.
Mit dieser Zahl ist der Zulauf zu Kunstmuseen insgesamt relativ stabil. Die Gesamtzahl liegt aber weiter mehr als zehn Prozent unter dem Level des Prä-Pandemie-Jahres 2019, in dem man 230 Millionen Museumsbesucherinnen weltweit zählte.
Die Aufholjagd der Institutionen gestaltet sich laut der Erhebung weltweit sehr unterschiedlich: So verbuchte das Nationalmuseum in Seoul, Korea, 2025 einen Besucherzuwachs um 70 Prozent, von 3,8 Millionen im Jahr 2024 auf 6,5 Millionen 2025 (im Frühjahr "25 war in dem Museum übrigens eine große "Wien 1900"-Schau mit Meisterwerken von Klimt & Co zu sehen gewesen). Chinas staatliche Museen lieferten ihre Zahlen nicht zeitgerecht und sind deswegen in der Statistik nicht vertreten; laut den Autoren wären aber mehrere chinesische Museen in den Top Ten gezählt worden.
Zahlen lieferten allerdings russische Museen - und auch sie vermeldeten fette Zuwächse, ungeachtet des Ukraine-Krieges und des damit einhergehenden Besucherminus aus dem Westen. So rangiert das Staatliche Russische Museum in St. Petersburg mit 5 Millionen Besuchen auf Platz 6 der Liste, die Eremitage, ebenfalls in St. Petersburg, mit 3,85 Millionen auf Platz 11.
Asiens Museumsboom
Starke Zuwächse meldeten auch neu gegründete Museen und Erlebnisräume in Asien, etwa der Schauraum des Medienkunst-Kollektivs TeamLab in Tokio: Mit 2,5 Millionen Besuchen rangiert es nur knapp hinter dem dortigen Nationalmuseum - und vor dem KHM-Museumsverband, dem mit 2,1 Millionen Besuchen der stärkste Eintrag aus Österreich; das Belvedere wird, anders als das KHM, getrennt nach Standorten geführt, wobei das Obere Belvedere mehr Besucher zählte (1 556 268) als das KHM-Haupthaus (1 153 005).
Angeführt wird die Liste - wie jedes Jahr - vom Pariser Louvre. Trotz diverser Negativschlagzeilen konnte das notorisch überbelastete Museum seine Spitzenstellung 2025 mit 9 Millionen Besuchen halten. Auf Platz 2 folgen die Vatikanischen Museen mit 6,5 Millionen Besuchen, gefolgt vom Nationalmuseum Seoul und dem British Museum.
Schwere Zeiten für US-Museen unter Trump
Das vom Österreicher Max Hollein geleitete Metropolitan Museum in New York hält mit 5,9 Millionen Besuchen Platz 5 - und die Spitzenstellung unter den Museen der USA. Dort ging es den staatlich geführten Museen in Washington, D.C. 2025 deutlich schlechter: Wegen des "Government Shutdown" im Herbst hielten viele Institutionen geschlossen, was sich unweigerlich auf die Besuchszahlen auswirkte; dazu kamen öffentlich ausgetragene Streitigkeiten um die inhaltliche Ausrichtung. Die National Gallery in Washington verbuchte einen Besucherrückgang von 28 Prozent gegenüber 2024.
Inwiefern sich der Rückgang des internationalen Tourismus in die USA auf die dortigen Museen auswirkt, ist der Statistik nicht eindeutig zu entnehmen.
Ausblick: Wolkig
Ebenso unklar ist, wie stark sich die 2026 ausgebrochenen Krisen auf die kulturelle Aktivität auswirken. Der Boom der Museen am Persischen Golf hat durch den Irankrieg zweifellos einen Dämpfer erlitten (auch wenn die dort gebauten Museen nicht Teil der "Top 100" Liste sind); hohe Treibstoffpreise und generelle Unsicherheit haben Auswirkungen auf das Reiseverhalten weltweit. Der New Yorker Museumsberater und -Analyst Andras Szanto schreibt in einem Kommentar zu der Statistik auf Instagram: "(Die Werte für) 2025 sind vielleicht die besten, die wir für eine Weile sehen werden."
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