© ORF/ORF/Wiener Symphoniker/Stefan Olah

Kultur Medien
03/29/2021

"Wir spielen für Österreich": "Alle sind mit Herzblut dabei“

ORF III-Chef Peter Schöber über die ROMY-nominierte Initiative.

von Peter Jarolin

Wenn man etwas tun will, findet man auch Lösungen. Wenn nicht, dann findet man Gründe.“ Peter Schöber weiß, wovon er spricht. Denn der ORF III-Senderchef wollte trotz der Corona-Pandemie kulturell etwas tun und fand in ORF-General Alexander Wrabetz auch den entsprechenden Rückhalt. Das Ergebnis: Das hochwertige Sendeformat „Wir spielen für Österreich“, das heuer für die KURIER-ROMY nominiert ist.

Grundpflicht

„Aufgrund der Pandemie wären uns viele hochkarätige Produktionen ausgefallen. Also gab es im April vergangenen Jahres eine sehr gute Diskussion, was man machen könnte. Dabei war immer klar: Wir haben eine Grundpflicht, für die Menschen zu spielen und ihnen Kultur trotz Corona zu ermöglichen. Das ist ein klarer Auftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders“, so Peter Schöber im KURIER-Gespräch.

Auftrag erfüllt! So viel lässt sich nach einem Jahr „Wir spielen für Österreich“ wohl sagen. Alle Weltstars der Klassik waren und sind auf den Bildschirmen zu erleben. Von den Wiener Philharmonikern über Anna Netrebko, Piotr Beczala, die Helden des Musicals bis zum hauseigenen RSO Wien. Premieren aus der Wiener Staatsoper oder dem Theater an der Wien, Konzertreihen mit den Philharmonikern (und Christian Thielemann) oder Produktionen der Salzburger Festspiele und des Musikfestivals Grafenegg – alle waren und sind auf ORF III vertreten.

Seit Kurzem ist über die Schiene „So ein Theater!“ auch reines Sprechtheater im ORF mit bis dato elf aktuellen (das Archiv gibt es ja bekanntlich auch) Stücken beheimatet.

„Die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern ist großartig“, sagt Schöber. „Natürlich gibt es auch vieles zu klären, etwa die jeweiligen Aufführungsrechte. Aber wir sind alle mit Herzblut dabei. Auch wenn wir ein verhältnismäßig kleiner Sender mit 50 bis 60 Leuten sind – wir haben das beste Team der Welt und eine kleine, aber sehr wendige Truppe, die vieles erreicht hat und weiterhin viel erreichen will.“

Die ROMY-Nominierung ist für Peter Schöber auch „eine mediale Anerkennung“ an das gesamte Team. Sehr glücklich zeigt er sich aber auch über die Rückmeldungen der Seherinnen und Seher. „Wir bekommen unglaublich viele, dankbare Mails und ebenso viele Briefe. Die Menschen wissen zu schätzen, was wir tun. Das freut mich sehr, denn dann haben wir etwas richtig gemacht. Und ja, das berührt mich sehr.“

Ausbaupflicht

Dass sich die positive Resonanz auch in den Quoten niederschlägt, sei ein „zusätzliches Atout“. Also wird „Wir spielen für Österreich“ weitergehen? „Selbstverständlich. Wir bauen das Format sogar noch aus, indem wir etwa jetzt mit Bühnen in Oberösterreich einen mehrjährigen Übertragungsvertrag abgeschlossen haben.“

Und lachend: „Wir haben aufgrund des großen Erfolges ja sogar eine Art Ausbaupflicht. Das geht aber nur, weil Alexander Wrabetz die Kultur ein persönliches Anliegen ist. Und somit können wir öffentlich-rechtlichen Rundfunk at it’s Best anbieten.“

Das Geheimnis des Erfolges? „Höchste Qualität, tolle Partner, dazu rasche, kurze Entscheidungswege und eine richtige Mischung aus Anspruchsvollem und Unterhaltung mit Haltung. Denn was die meisten Kulturanbieter in diesen Zeiten leisten, ist mehr als eindrucksvoll. Das wollen wir auch zeigen.“

Leicht war der Anfang der Initiative „Wir spielen für Österreich“ allerdings nicht. „Es ging um Mittel und Ressourcen, aber vor allem um Logistik. Wir haben im RadioKulturhaus angefangen. 30 Personen waren mit negativem PCR-Test zugelassen. Man musste somit um fünf Uhr in der Früh da sein und sich danach vier bis fünf Stunden in eine Isolationszone begeben. Das RSO hat gespielt, Bläser waren anfangs nicht erlaubt. Dann haben wir das Foyer im RadioKulturhaus quasi umgebaut und dort immerhin sieben Künstlerkabinen errichtet. Nur so waren etwa die ersten drei Abende überhaupt zu bewerkstelligen. Unter dem Strich war das ein Wahnsinnsaufwand, aber er hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.“ Denn: „Die ganze Kulturlandschaft steht hinter diesem Projekt.“ Lachend: „Damit hätte sich die Kultur eine ROMY verdient.“

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