Herzzerreißend: Thuso Mbedu als Cora in „The Underground Railroad“

© Kyle Kaplan/Amazon Studios

Kultur Medien
05/21/2021

"The Underground Railroad“: Sklavenflucht durch ein Amerika des Todes

Oscarpreisträger Barry Jenkins verfilmte den Bestseller „The Underground Railroad“ für Amazon Prime Video

von Alexandra Seibel

„Underground Railroad“ nannte sich ein informelles Schleusernetzwerk, das im Antebellum-Amerika versklavten Afroamerikanern und Afroamerikanerinnen aus den Südstaaten zur Flucht in den Norden verhalf.

Der Schriftsteller Colson Whitehead nahm den metaphorischen Namen „Untergrundbahn“ wörtlich: 2016 schrieb er mit „Underground Railroad“ einen globalen Bestseller, in dem eine Lokomotive durch unterirdische Gänge schnaubt und entflohene Schwarze Richtung Norden transportiert.

Oscarpreisträger Barry Jenkins („Moonlight“) adaptierte den Roman vorlagengetreu zu einer zehnteiligen Mini-Serie mit der Strahlkraft einer epischen Höllenfahrt. Es beginnt auf einer Baumwollplantage im giftig-gelben Licht unter der heißen Sonne von Georgia. Der weiße Gutsherr und seine Gäste plaudern angeregt bei Kaffee und Kuchen, während im Hintergrund Sklaven ausgepeitscht werden. Gleich die erste Episode endet mit der grausamen Verbrennung eines Schwarzen und dem Beginn einer Flucht: Eine junge Sklavin namens Cora (herzzerreißend: Thuso Mbedu) rettet sich mithilfe eines Freundes in die Untergrundbahn.

Der Sklavenjäger Ridgeway (Joel Edgerton) heftet sich an ihre Fersen und treibt das Mädchen durch ein düsteres, mit Blut und Grausamkeit getränktes Gelände des Rassismus. Pseudofreundliche Weiße entpuppen sich als Eugeniker, die weiße Bevölkerung eines Dorfes in North Carolina knüpft Schwarze auf Bäume auf und verbrennt Bücher. Wie ein Gemäldemaler beschwört Barry Jenkins Amerika als Landschaft des Todes und unterfüttert seine gewaltigen Bilder mit kaltem Sound – als würden Ketten klirren. 

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