© ORF/Petro Domenigg

ORF2
01/30/2021

"Spuren des Bösen": Das Ende einer langen Reise

Heino Ferch im Gespräch über seinen vielleicht letzten Einsatz als Richard Brock in "Spuren des Bösen". "Schuld" ist am Sonntag um 20.15 in ORF2 zu sehen.

von Marco Weise

Richard Brock ist bereit. Er will es zu Ende bringen. Die Abrechnung mit dem korrupten Polizisten Mesek steht unmittelbar bevor, dieses Endspiel hat sich Brock auch hart erarbeitet: Der Kriminalpsychologe ermittelt nämlich mit der Hilfe von Klaus Tauber (Gerhard Liebmann) auf eigene Faust, trägt Details über Mesek und seine Machenschaften zusammen. Diese Informationen lagern nun in einem von Brock gemieteten Container irgendwo in der Peripherie von Wien. Täglich sitzt er stundenlang grübelnd vor einer Galerie voller Notizen und Fotos, geht jede Einzelheit noch einmal durch, sucht nach Fehlern und Beweisen, die Meseks Spiel für immer beenden sollen. Doch der bekommt Wind von Brocks privaten Ermittlungen. Und das macht ihn auch noch gefährlicher.

„Schuld“ ist der neunte Fall und der Abschluss jener Trilogie, die 2018 mit „Wut“ und Tobias Moretti als Amokläufer begonnen hat. Der zweite Teil wurde 2019 ausgestrahlt, hieß „Sehnsucht“ und erhielt 2020 eine ROMY.

Am Sonntag (31. Jänner) folgt um 20.15 auf ORF2 das erschütternde Finale der horizontal erzählten Geschichte, in der Juergen Maurer als Kommissar Mesek die Fäden zieht und Brock endlich aus dem Weg räumen möchte.

Im Keller

Heino Ferch, der Brock seit neun Jahren mit viel Zynismus und Weltekel ausstattet, kann sich noch gut an die Dreharbeiten erinnern. „Es war für mich eine heftige Zeit mit einer harten Geschichte, die sehr deprimierend ist. Wir haben im Dezember 2019 gedreht, es war kalt, grau und ich musste dann auch noch den halben Tag in dunklen Räumen verbringen, da der Brock in diesem Fall ja etwas länger im Keller eingesperrt ist“, sagt der 57-Jährige im Interview.

Der angesprochene Keller ist auch der einzige Ort, an dem er noch sicher ist, nachdem Mesek (samt Polizeiapparat im Rücken) nach ihm sucht. Brock steht nämlich unter Mordverdacht. Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten.

Oder nur so viel: Versteckt hat ihn Klaus Tauber (Gerhard Liebmann), zu dem Brock eine spezielle Verbindung hat. „Er ist in gewisser Weise ein Seelenverwandter. Er ist jene Person, der sich Brock anvertraut, mit dem er Privates austauscht und Nächte kiffend und trinkend verbringt. Zwischen den beiden hat es zahlreiche humorige und philosophische Momente gegeben. Und der Tauber ist einer, der dem Brock immer wieder aus der Patsche geholfen hat. Auch diesmal rettet er ihm den Arsch.“

„Schuld“ ist wohl für längere Zeit (für immer?) Ferchs letzter Einsatz als Brock. Die 2011 ins Leben gerufene Koproduktion des ORF und des ZDF unter der Regie von Andreas Prochaska war ursprünglich als einzelner Film angelegt. Aufgrund des Erfolges wurde die Ausweitung auf eine Reihe beschlossen. Nun scheint die Geschichte nach neun Drehbüchern von Martin Ambrosch erst einmal auserzählt zu sein. „Ob es weitergeht, weiß im Moment noch niemand“, sagt Ferch.

Der Sonne entgegen

„Für mich ist ,Schuld’ erst einmal ein gutes Ende, ein guter, runder Abschluss“, findet der deutsche Schauspieler.

Brock ist scheinbar am Ende seiner langen Reise. Zum Schluss joggt er mit Tochter und Enkerl im Kinderwagerl am Donaukanal in Richtung Sonnenuntergang. Ein Ende ist immer auch ein Neubeginn. Brock hat ihn sich verdient.

INFOS: „Schuld“
Der neunte Teil der Krimireihe „Spuren des Bösen“ bringt den Showdown zwischen Kriminalpsychologen Richard Brock (Heino Ferch) und seinem Gegenspieler Mesek (Juergen Maurer). Regie führte Andreas Prochaska, das Drehbuch stammt von Martin Ambrosch. Schuld“ ist am Sonntag (31. Jänner) um 20.15 in ORF2 zu sehen und steht danach fünf Tage in der Mediathek zum Abruf bereit.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.