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TV-Kritik
03/18/2020

So war "Willquommen Österreich": "Gleichzeitig traurig und lustig"

Grissemann und Stermann basteln ein Coronavirus - und eine ungewöhnliche Sendung zusammen.

von Georg Leyrer

Die Nachbarn des Russkaja-Schlagzeugers werden sich gefreut haben! In ihren jeweiligen Wohnzimmern spielten die Musiker zum Auftakt einer sehr speziellen "Willkommen Österreich"-Ausgabe, und unter der Bass Drum fiel wohl der Staub von der Decke. "Paranoia ist die einzig funktionierende Intuition", sagt der Sänger. Und dann: Grisse- und Stermann aus der Quarantäne ihrer Wohnzimmer: "Willqoummen Österreich" also (zum Nachschauen in der TVthek).

Zumindest Stermann sieht ja auch sonst ein bisschen so aus wie nach sieben Monaten Home Office. Zum Auftakt führte er durch seine Wohnung, und man lernt: Es scheint im ORF-Comedymoderatorenvertrag einen Passus zu geben, dass in Weiß gehaltene Minimalkunst an den Wänden zu hängen hat. Brave Moderatoren erfüllen das vorbildlich. Grissemann hält eine Karikatur hoch, huch, ein Virus. Das sei "gleichzeitig traurig und lustig". Der TV-Kritiker notiert schon mal den Titel für die Geschichte.

Der Soundtrack zum Home Office ist der Tonaussetzer. Und mit regelmäßigen Tonstolperern hangelten sich die beiden dann an Gags, Gags, Gags und einem Coronavirus (aus Orange mit Pfefferkörnern) entlang. Es war gleichzeitig ein bisschen traurig und ein bisschen lustig. Es ist die große "Pause vom Leben" (Stermann), voller "Banalitäten des Lebens" (Grissemann) - und wenn man Pech hat, kriegt man nur noch ein Blatt Klopapier, das Grissemann in die Höhe hielt.

Ja, es sind ein bisschen humorbeschränkte Zeiten, und nicht die besten Bedingungen für "Willkommen Österreich". Schaumgebrenst, oder auch: Handdesinfektionsmittelschaum-gebremst war es, wie die Stimmung halt in den eigenen vier Wänden. Keine blöden Witze, mahnte Grissemann, nachdem Stermann gesagt hatte: Sebastian Kurz könne leicht auf soziale Kontakte verzichten, weil er ja sonst nur Gernot Blümel treffe.

Aber, Zeichen der Zeit, selbst die Chefzyniker des ORF loben dann Kurz und Nehammer, und das ist gar nicht lustig gemeint. Vom zugeschalteten Virologen sah man zuerst nur die Mundpartie, den beiden Moderatoren gingen da völlig die Gags aus, aber der Virologe stellte erste Erfolge in Aussicht, und irgendwie war das das Netteste am Wohnzimmerbesuch bei Ster- und Grissemann.

Dann gab es auch noch maschek

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