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Am Set mit Rubey und Schwarz: „Manche würden das nackt spielen“

In der ORF-Komödie „Halbweg“ zieht Manuel Rubey in eine alte Villa. Blöderweise spukt dort der Vorbesitzer, gespielt von Simon Schwarz.
Manuel Rubey und Simon Schwarz stehen in einer dunklen Küche und blicken ernst in die Kamera.

Der Fußboden knarzt, die alte Blumentapete blättert ab und spätestens, als sich vor den Türen der Villa im 3. Wiener Gemeindebezirk die Wolken entladen, braucht es nicht mehr viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass es hier spuken könnte. Passend also, dass in diesen Räumlichkeiten ein Film gedreht wird, in dem einer der Protagonisten ein Geist ist.

In der Komödie „Halbweg“ (Arbeitstitel) gibt Simon Schwarz den exzentrischen Theo, ehemaliger Besitzer der ansehnlichen Immobilie, der im kurzen orangen Bademantel durch die Gegend spaziert. „Vielleicht gibt es Schauspieler, die würden das wahrscheinlich nackt spielen wollen“, sagt Schwarz schmunzelnd beim Setbesuch des KURIER. „Ich glaube allerdings, dass das für die Zuschauer gar nicht so spannend ist, weil es ablenkt. Egal, ob es besonders schön oder besonders schirch ist.“

Simon Schwarz blickt angespannt zur Seite.

Hat schon zwei Mal einen Geist gesehen, glaub aber nicht daran: Simon Schwarz.

Geist Theo ist jedenfalls alles andere als erfreut, als er plötzlich einen Mitbewohner bekommt: den Architekten Stefan (gespielt von Manuel Rubey), der die Villa kauft, um seine Noch-Frau Nathalie (Caroline Frank) zu beeindrucken. Stefan sei „in einer Art Midlife-Crisis“, erklärt Rubey. Da wolle man oft nochmal was beweisen – „und merkt, das geht aber nicht mehr. Dann kompensiert man und trifft schlechte Entscheidungen, für die man nachher eine Infrastruktur von Argumenten konstruiert. Dabei wird es immer schlimmer.“ Für einen Film sei das aber „natürlich eine gute Ausgangslage“. Auch, wenn er Geistergeschichten eigentlich nicht als sein Lieblingsgenre bezeichnen würde. „Ich finde es schön, wenn es wieder was gibt, was kein Krimi ist.“

Drehschluss für Simon Schwarz und Manuel Rubey am Set von „Halbweg“ (AT)

"Wir halten uns nicht immer an den geschriebenen Text", sagt Manuel Rubey.

Für Schwarz und Rubey, seit Jahren miteinander befreundet, ist es der erste Film, in dem sie beide die Hauptrollen spielen. „Wir haben uns beim Drehen von ,Der Aufschneider‘ (2009, Anm.) kennengelernt“, erinnert sich Rubey. „Danach hatten wir, glaube ich, acht oder neun Projekte. Bei ,Altes Geld‘ sind wir uns aber zum Beispiel nur einmal kurz begegnet.“

Gespräch unter Männern

Mittlerweile haben sie einen gemeinsamen Podcast und arbeiten an ihrem zweiten Kabarettprogramm. Nur einmal habe es eine „Krise“ gegeben, „die man in einer Podcast-Folge nachhören kann. Da haben wir ein Beziehungsgespräch gemacht“, so Rubey. Daraufhin hätten sich „relativ viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gemeldet und gelobt, dass das eine Form ist, wie man als Mann gut miteinander reden kann. Das hat uns natürlich wahnsinnig gefreut.“

„Halbweg“ (AT): Simon Schwarz und Manuel Rubey als unfreiwillige Villa-WG

Am Set von "Halbweg": Manuel Rubey, Regisseurin Olivia Retzer, Simon Schwarz.

Auch zwischen Geist Theo und Architekt Stefan glätten sich im Laufe des Films (der kürzlich in Wien abgedreht wurde und 2027 im ORF zu sehen sein soll) die Wogen. Dabei entsteht „so etwas wie eine Männerfreundschaft“, sagt Rubey. Und Schwarz findet: „Am Ende geschieht etwas, das wir als Gesellschaft in Zeiten wie diesen öfter brauchen würden: Sie hören einander zu, gestehen dem Gegenüber die eigenen Probleme zu und helfen sich gegenseitig.“

Zuvor kriegen sich ihre Filmfiguren aber ordentlich in die Haare: Beim Lokalaugenschein des KURIER wird gerade eine Szene geprobt, in der Stefan eine Schreibtischlampe aus einem Umzugskarton fischt und damit auf den unerwünschten WG-Kollegen losgeht. Bei der Flucht kommt Schwarz allerdings die Türe in die Quere. „Ich dachte, ein Geist kann sich nicht verletzen“, witzelt Rubey.

Dunkler Hausflur mit Manuel Rubey links und kniender Jutta Fastian in der Mitte vor einer hellen Treppe.

In seiner Verzweiflung holt sich Stefan (Manuel Rubey) Hilfe bei einer Geisteraustreiberin (Jutta Fastian).

Ein bisschen Märchen

Die Stimmung am Set sei angenehm, „wir probieren viel aus und halten uns dabei nicht immer ganz an den geschriebenen Text“, grinst er. Noch „relativ analog“ und ohne KI kommen die Spezialeffekte zustande: „Deshalb haben wir hier Menschen, die absurde Dinge konstruieren oder herumzündeln. Man greift auf Türschnallen und die explodieren“, so Rubey.

Die Geschichte selbst sei „ein bisschen ein Märchen“, erklärt Schwarz. „Wenn es lustig ist, ist das super. Aber wenn es auch ein bisschen Tragik und etwas Ernstes beinhaltet, finde ich das viel wichtiger, als dass ich da jetzt einen auf Hui Buh, den Poltergeist mache und nur darauf achte, dass eine Pointe nach der anderen kommt.“

Und wie stehen die beiden Schauspieler persönlich zum Thema Geister? „Ich habe schon zwei Mal welche gesehen, glaube aber trotzdem nicht an sie“, erzählt Schwarz. „Einmal bin ich in einem Hotelzimmer aufgewacht und dachte, es steht jemand in der Tür, oben ohne und mit einer Glitzer-Paillettenhose in Violett. Vielleicht war es Philipp Hochmair“, lacht er. „Das sind natürlich einfach Halbschlafsituationen, wo man aus einem Traum aufwacht. Aber im ersten Moment ...“

Auch Rubey glaubt nicht an Geister – „aber ich bin offen, falls sich noch was ergibt.“

Olivia Retzer mit Kopfhörern beobachtet draußen ein Filmset mit Kamera.

Für Olivia Retzer ist es die erste Regie für einen Spielfilm.

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