Feld Nr. 50 als Ziel: In 27 Sendungen hat Daniel Rosenthal es dorthin geschafft. Der Lohn: 250.000 Euro.

© ServusTV

Interview
12/14/2020

ServusTV-"Quizjagd“: Rekordsieger hört auf, weil er auf die Uni will

Nachdem Daniel Rosenthal heute Montag 250.000 Euro gewonnen hat, steigt er freiwillig aus dem Quiz aus. Warum, das erzählt er im Interview.

von Christoph Silber

Da war nicht nur Moderator Florian Lettner verblüfft: Daniel Rosenthal stoppte am Montagnachmittag bei der „Quizjagd“ auf ServusTV (werktags, 17.05 Uhr) seinen Rekordlauf  selbst und freiwillig. Bis dahin hatte der 26-Jährige schon 250.000 Euro  mit seinem Wissen erspielt – die größte Gewinnsumme, die je im  heimischen Privat-TV ausgeschüttet wurde. Und die hätte er, so sind die Regeln bei ServusTV, auch nicht mehr verlieren können. Seine Erklärung zum Ausstieg noch in der Sendung: "Ich bin seit eineinhalb Monaten jeden Abend hier. Ich möchte zurück auf die Uni. Ich bin ehrgeizig.“

27 Sendungen der ServusTV-„Quizjagd“ hat der Wiener absolviert, 50 Gegner hat er übertrumpft. Das war ihm am Ende selbst nicht mehr geheuer, wie Daniel dem KURIER im unten stehenden Interview erzählt. Auch für ServusTV hat sich der Siegeslauf des Studenten ausgezahlt. "Daniels steile ,Quizjagd‘-Karriere wollten immer mehr Zuschauer sehen, das zeigen die steigenden Quoten!“, kann sich auch Moderator Lettner freuen. Der Marktanteil zog von Oktober (5 Prozent) auf  6,5 Prozent im Dezember an. In der Zeitzone liegt ServusTV ab Saison-Star September gerechnet bei 12 in der Zielgruppe 12 Jahre und älter auf Platz zwei nach ORF2.

Daniel hat inzwischen von der Gewinnsumme ein wenig für sich investiert, wie er erzählt. Aber wie kommt man überhaupt soweit?

KURIER: Wie bereitet man sich auf die "Quizjagd“ vor?

Daniel Rosenthal: Das geht gar nicht, ich habe es wirklich versucht. Es gibt ein paar Fachgebiete, da wackle ich, Religion zum Beispiel und da habe ich probiert, mir einen Überblick zu verschaffen. Es gibt da eine Internetseite quiz-trainingslager.de, die ist recht okay dafür. Aber man merkt, dass das im Grunde keinen Sinn hat, weil der Zeitaufwand so groß wäre, und der Abstand zwischen den Shows aber so kurz ist.

Was ist am wichtigsten, wenn man vor der erste Treppe steht?

Nicht die Nerven zu verlieren. Es gibt den klassischen Satz: Zuhause ist alles viel einfacher. Das stimmt. Man muss sich deshalb nur vor Augen führen, warum das so ist: Weil  man sich zuhause aufs Bauchgefühl verlässt. In der Quizsituation fangen dann aber manche, nachzudenken und ändern die Antwort – oft nicht nicht zum Positiven für sie. Ein gewisses Allgemeinwissen, das ohnehin viele haben und das Verlassen aufs Bauchgefühl, damit kann man weit kommen.

Wie wichtig ist bei der "Quizjagd" die Taktik?

Für mich gab es eine einzige Taktik: Man fängt mit Fünferfragen an. Auch wenn man nervös ist, man muss sich ins kalte Wasser werfen. Und man muss den Gegner schnell einschüchtern, denn dann kommt Nervosität auf und es passieren Fehler.

Sie haben Ihren Siegeslauf bei einem Gewinn von 250.000 Euro abgebrochen und gemeint, Sie wollen zurück auf die Uni. Das hat Moderator Florian Lettner verblüfft, erstaunt aber auch als Zuseher. Warum war es genug?

Es ist tatsächlich die Uni. Ich war jetzt lange bei dem Quiz dabei und das ist doch recht zeitaufwändig. Es ist auch wirklich anstregend, sich dann wieder ab der Früh acht, neun Stunden auf die Uni-Arbeit zu konzentrieren. Ich mach sie ja recht gerne. Jetzt kommt noch dazu Weihnachten. Außerdem habe ich mir gedacht, auch wenn es blöd klingt, ich habe so viele Herausforderer gehabt, als Zuseher würde ich mich irgendwann mal auch nicht mehr sehen wollen. 250.000 Euro sind super. Ich bin absolut zufrieden damit. Für mich passt das alles sehr gut. Dazu kommt: Ich bin Rekordsieger und der einzige, der ein ServusTV-Quiz ungeschlagen beendet hat.

Andere an Ihrer Stelle würden aber weitermachen, weil man bei ServusTV nichts von seinem Gewinn einbüßt, wenn man verliert?

Es gibt bei mir noch eine andere Überlegung: Ich studiere Wirtschaftsrecht. Jus ist eines der wenigen Studien, wenn nicht das Studium schlechthin, wo es für die spätere Karriere absolut entscheidend ist, welche Noten man schafft und in welcher Studiendauer man die Uni absolviert. Das heißt, die Noten jetzt machen einen eklatanten Unterschied beim Einkommen später aus. Aus dieser Sicht bringt es für mich nichts, weiter zu machen, Zeit zu verlieren und schlechte Noten einzufahren, weil es mir später mehr kostet, als ich jetzt gewinnen kann. Außerdem klingt „eine viertel Million“ phonetisch ganz cool.

Was machen Sie mit Ihrem Gewinn?

Es ist bei mir so: Ich studiere erst seit letztem Jahr. Ich habe zuvor fotografiert und dann noch zwei Jahre verloren, weil ich die Piloten- bzw. Fluglotsen-Ausbildung machen wollte, ich bin dabei ins Finale gekommen, aber am Ende doch nicht genommen worden. Ich musste vor meinem Studienbeginn meinen Computer, der stärker war, weil ich den zum Bearbeiten der Bilder und für Spiele verwendet habe, verkaufen, damit ich mir ein Tablet leisten kann, um auf der Uni besser arbeiten zu können. Deshalb habe ich mir sofort vom Gewinn einen schönen Spiele-PC gekauft. Ich spiele vor allem Story-Games, die auch grafisch anspruchsvoll sind.  

Übrigens: Der Gewinn wird von ServusTV aus dem Produktionsbudget bezahlt, ist also quasi eingepreist. "Wir haben ja kein Gewinn-Limit bei der Quizjagd und Daniel hat gezeigt, dass das wirklich stimmt!“, betont Moderator Lettner. Dass ein Mitspieler so luftige Gewinnhöhen erreicht, war auch für ihn etwas Besonderes.  "Als es zum ersten Mal in einer ServusTV-Quizshow um eine viertel Million Euro ging, war auch ich ein bissl nervös!“. Aber nicht wegen der Summe, sondern das Mitfiebern war's. "Daniel hat die ,Quizjagd extrem bereichert und gezeigt: neugierig sein lohnt sich!“, sagt Lettner, der nun am Dienstag um 17.05 Uhr gleich zwei neue Kandidaten bei "Quizjagd" begrüßen kann.
 

 

 

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