"Thiem Spirit" gibt es in Kitzbühel und bei ServusTV ab Montag

© Red Bull Content Pool / Jürgen Skarwan

Kultur Medien
07/28/2019

ServusTV mit Thiem-Festspielen und weiteren Sport-Projekten

Sport-Chef Christian Nehiba über die Tennis-Zukunft des Senders, die MotoGP, den Einstieg in den Fußball und attraktive TV-Rechte.

von Christoph Silber

Aufschlag ServusTV und Dominic Thiem: Beim Tennis-Turnier in Kitzbühel, das am Montag beginnt, ist der Salzburger Privatsender erstmals Host-Broadcaster. Das garniert er mit einer aufwendigen Doku über das Tennis-As: "Der Thiem Spirit“ am Montag (20.15). Das sind aber nicht die einzigen Sport-Highlights dort in den nächsten Wochen – und es gibt Lust auf mehr, wenn es nach ServusTV-Sport-Chef Christian Nehiba geht.

KURIER: Mit Kitzbühel steht ein wichtiges „Heimspiel“ für ServusTV und Dominic Thiem an. Finden die Tennis-Fans schon den Weg zum Sender?

Christian Nehiba: Die Erfahrung der vergangenen Monate zeigt: Ja. Über die Leitfigur Dominic Thiem haben wir es innerhalb kürzester Zeit geschafft, Tennis bei ServusTV zu etablieren. Selbst bei sehr spontaner Programmierung aufgrund von Match-Ergebnissen, hat das funktioniert, obwohl gerade genau das es schwierig macht für einen Vollprogramm-Sender wie ServusTV. Die Tennis-Fans folgen den Spielern und suchen sich damit die Plattform, wo sie sie sehen können. Die offenkundige Zugkraft Thiems hat uns da eine sehr, sehr erfreuliche Entwicklung beschert und das macht uns optimistisch für Kitzbühel und darüber hinaus auch für die nächsten Australian Open. Jetzt aber freuen wir uns auf ein hoffentlich schönes Turnier in Kitzbühel.

An diese Sende-Rechte zu kommen, ist ja nicht ganz einfach.

Ja, aber wir versuchen da wirklich dran zu bleiben, um ServusTV am Ende auch als Tennis-Sender zu positionieren. Das ist unser Ziel.
Die Kooperation zu den 500er und 1000er-Turnieren mit den Thiem-Spielen ist sowohl für Sky als auch für uns interessant. Sie hilft beiden Seiten und sorgt dafür, dass wir gemeinsam dem Thema Tennis in Österreich eine noch größere Relevanz geben können.
Unabhängig davon sind die Australian Open natürlich auch ein Glücksfall, weil die Rechte dafür gerade am Markt zu bekommen waren. Wir wollten einen guten Einstieg in den Tennis-Sport mit einem großen Turnier – besser als mit einem der vier Grand-Slam-Turniere geht es nicht.

Wie schaut die Tennis-Zukunft bei ServusTV aus?

Es geht natürlich weiter. Wir haben die Rechte für die Australian Open für drei Jahre erworben. Dazu kommt Kitzbühel, das auch 2020 wieder bei ServusTV zu sehen sein wird. Für uns als Heim-Sender ist dabei erfreulich, dass auch Dominic Thiem für zwei Jahre zugesagt hat.         

Neben den Matches wird ServusTV auch noch eine aufwendige Doku „Thiem Spirit“ am Montag (20.15) ausstrahlen. Ist das insgesamt so Euer Zugang zum Sport: Wenn schon, denn schon?

Es ist der wirklich hohe Qualitätsanspruch, der diesen Sender ausmacht. Das ist für mich als Sportchef eine Herausforderung, aber auch eine Verpflichtung, der ich gern nachkomme.  Für mich ist ja ServusTV schon der fünfte Sender – ich war bei allen relevanten Sendern in Österreich tätig. Und wenn es heißt, dass man sich das beste Stück fürs Ende aufbehält, dann stimmt das hier wirklich. Es hat auch der Moment für den Wechsel von Puls4 zu ServusTV gepasst. Der Sender hat Struktur, eine Philosophie, eine eigene Identität.

Anders als beim Tennis gibt es im August ein Sport-Highlight, das ServusTV sowohl in Österreich als auch in Deutschland sendet: die MotoGP.

Es ist schon etwas Besonderes, dass ein kleiner österreichischer Sender ein so attraktives Sport-Recht wie die MotoGP auch für den großen Markt Deutschland erhalten hat. Dieser Versuch ist recht positiv angelaufen. Wir haben nicht nur in Österreich hohe Quoten, sondern wir sind in Deutschland gleich von Anbeginn zumindest auf dem Niveau des Vorgängersenders. 

Mit der MotoGP in Spielberg – und dem Gastspiel zuvor in Brünn – steht der Heim-Grand Prix bevor mit mehr Sendefläche als sonst?

Bei ServusTV sind wir bereits ab Freitag bei den freien Trainings in Spielberg dabei. Das ist Teil des Rechte-Deals. Das wird ein Spektakel und ist das Wochenende des Jahres für uns. Die Stimmung vor Ort bei der MotoGP ist großartig.

Der Aufwand, der betrieben wird, ist hoch.

Das kann man tatsächlich so sagen und unser Qualitätsanspruch ist es auch. Wir versuchen das Niveau der Berichterstattung sowohl für Österreich als auch für Deutschland stetig zu steigern und damit den Sport zu würdigen, wie er es verdient hat. Wir sind bei allen europäischen Rennen mit einem großen Team vor Ort und versuchen dabei den TV-Zusehern diesen faszinierenden Sport im wahrsten Sinn des Wortes nahe zu bringen.

Ebenfalls im August sendet ServusTV zum Start des deutschen Cups Fußball-Meister Bayern gegen Cottbus frei Haus. 

Am 12. August zeigen wir die Bayern mit David Alaba gegen Cottbus. Wir haben die Rechte für den DFB-Pokal für drei Jahre erworben. Diese umfassen wenigstens ein Top-Spiel pro Runde sowie die Halbfinali und das Finale. Es war uns als Sender sehr wichtig, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Ich sehe Fußball als dritte Säule des Sport-Programms neben Tennis und Motorsport. Wir stehen zwar noch am Anfang, aber der DFB-Pokal ist ein attraktiver Einstieg - wie deutsche Bundesliga, nur spannender, weil emotionaler.

Da gibt es allerdings harte TV-Konkurrenz durch die ARD.

Es stimmt, es ist kein exklusives Recht wie die anderen und es wird auch noch einige Zeit dauern und Geduld brauchen, bis wir damit beim Zuseher durchdringen. Trotzdem war es uns wichtig und ich bin, was die Entwicklung betrifft, zuversichtlich.

ServusTV hat, wie angesprochen, bereits ein großes Portfolio. Dazu kommen ja weiters noch die Super-Bike-WM, der aktuelle Sport, Erzberg-Rodeo, Eishockey und auch noch Red Bull Programme – wieviel Sport verträgt der Sender?

Diese Frage stellen wir uns auch. Es gilt da, die richtige Mischung zu finden sowohl von der Quantität als auch von der Qualität des Sportprodukts, denn wir sind ein Sender mit Vollprogramm. Aber der Sport ist attraktives Programm und eine ganz wichtige Säule für den Sender. Gerade am Wochenende ist Sport sehr präsent in den Sendern, weil es auch die Zuseher mögen und auch gelernt haben. Also, ja, wir haben bereits ein großes Portfolio. Aber das heißt nicht, dass wir nicht an weiteren, attraktiven Sport-Rechten interessiert wären.

Sie kommen mit Puls4 von einem Sender, der Europa League hat. Bei der Champions League wird auch über Free-TV-Spiele spekuliert. Der ORF weiß wiederum noch nicht, ob er sich die Formel 1 weiter leisten will. Gibt es noch Wunsch-Rechte?

Attraktive Sport-Rechte interessieren uns sehr, da schauen wir sehr genau hin. Das kann ich mit Nachdruck betonen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Eine Besonderheit ist „Sport und Talk aus dem Hangar 7“, auch weil das zu einer attraktiven Sendezeit läuft. Können die journalistische Arbeit und die Quoten mit den Gästen mithalten?

Die Gäste sind seit jeher wirklich namhaft. Da hilft uns auch unsere Nähe zu Red Bull. Tatsache ist, dass wir unsere Quoten in den letzten beiden Jahren verdoppeln konnten. Das ist das Verdienst unserer Sendungsmacher, die die Sendung immer besser und journalistischer gemacht haben. Ich bin da auch sehr dahinter, dass es noch ein wenig aktueller wird und dass die Unterhaltungselemente, die wichtig für die Sendung sind, nicht verloren gehen. „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ hat sich großartig weiterentwickelt, obwohl sie ein wenig gegen den Zeitgeist läuft: Das sind immerhin eineinhalb Stunden Talk, der auch in die Tiefe geht – also nichts, was in der schnellen, oberflächlichen TV-Welt üblich ist. Sie wirkt da fast anachronistisch und es gibt das ja eigentlich nirgends sonst im deutschsprachigen Raum zur besten Sendezeit. Aber ich orte auch ein wenig wieder das Bedürfnis nach solchen Formaten, die sich Zeit nehmen, tiefer gehen, emotionaler sind. Einfach ist es nicht, diese Sendung zu machen, aber ihre Entwicklung ist extrem positiv. Es freut mich sehr, dass das Publikum nun annimmt, was im Grunde schon seit Jahren geboten wird: tolle Gäste, sehr gute, aufwändige Beiträge und Kompetenz, die es so nicht überall gibt.

Welche Entwicklung soll der Sport online bei ServusTV nehmen?

Das wird immer wichtiger. Tatsache ist, dass wir zum Beispiel bei Eishockey die größte Community Österreichs haben, das gilt auch für die MotoGP. Das funktioniert online bereits sehr gut. Erfreulich waren bisher auch die Live-Stream-Zahlen bei den Thiem-Spielen. Das wird jetzt bei Kitzbühel auch sehr attraktiv sein, speziell für jene, die im Bad oder am See liegen oder arbeiten müssen. Da ist jedenfalls das eine oder anderen Highlight im Live-Stream zu erwarten.

Danke für das Gespräch.

Sport-Highlights bei Servus

Generali Open Kitzbühel

29. 7. bis  3. 8.:  Täglich live ab 13.20 Uhr die Topspiele

Mi., 31. 7.:  Nightsession mit Dominic Thiem ab 19.30 Uhr live; Finale: Sa., 3. 8., ab 14:55 Uhr.

29. 7. "Der Thiem Spirit! Dominic und sein Aufstieg zum Tennisidol“, ab 20.15 Uhr, Doku.

MotoGP

3./4.  8.: GP von Tschechien/Brünn Sa., Qualifying ab 11.20 Uhr live; So., alle Rennen ab 10.20 Uhr live.

9. 8 bis 11. 8: GP von Österreich in Spielberg. Alle Trainings, alle Qualifyings, alle Rennen live sowie Fr. und Sa. bereits ab 8:50 Uhr; So. ab 9:15 Uhr.

DFB Pokal

12. 8.: Energie CottbusFC Bayern München, live ab 20.45 Uhr; Das Top-Spiel der 1. Runde mit David Alaba.

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