Waltraud Langer ist Chefin der TV-Magazin im ORF

© ORF/ORF/Hans Leitner

Kultur Medien
10/23/2019

ORF-Magazinchefin Langer über "das Gold des Fernsehens"

Die ORF-Magazine sind eine Säule des TV-Programms. Deren Chefin Waltraud Langer über die Entwicklung, Quoten und das „Eco“-Jubiläum.

von Nina Oberbucher

TV-Sendungen in dem Lebensalter sind rar: Das Wirtschaftsmagazin „Eco“, 1979 unter dem Titel „Schilling“ erstmals ausgestrahlt, wird 40 (siehe Sendehinweis im Infokasten unten). „In seinen Anfängen war das Wirtschaftsmagazin aus heutiger Sicht relativ langatmig und hochgestochen“, erzählt Waltraud Langer, als Chefredakteurin für die TV-Magazine im ORF verantwortlich. „Wir erzählen jetzt flotter, interessanter und niederschwelliger. Nicht nur die Leserinnen und Leser der Financial Times sollen angesprochen werden, sondern alle, die sich für Wirtschaft und Geld interessieren.“

Langer war u. a. Brüssel-Korrespondentin und leitete das „ZiB“-Wirtschaftsressort. Seit 2010 verantwortet sie Magazine wie „Thema“, „Report“, „WELTjournal“, „Eco“ und „Am Schauplatz“, koordiniert u. a. Themenschwerpunkte, ist aber auch für Personal, Budget und „Probleme aller Art“ zuständig. Die zu ihr gehörigen Formate seien „großteils nicht neu erfunden“, sagt Langer, „sie sollen aber immer frisch, attraktiv und zeitgemäß wirken.“

Beständigkeit

Magazine seien das „Gold des Fernsehens“, weil sie zu geringen Kosten hohe Qualität und Quoten liefern. Das belegen Zahlen: Alle ORF2-Magazine schneiden im Vergleich zum Vorjahr gleich oder besser ab. „Das Publikum muss sich darauf verlassen können, dass es beim

‚Report‘ Neues über Politik erfährt oder dass ‚Thema‘ über das große Chronik- oder Gesellschaftsereignis der Woche informiert. Es gelingt uns immer wieder, extrem sensible Themen wie Krankheiten oder Missbrauch anzusprechen und dann von Betroffenen die Rückmeldung zu bekommen, dass wir das gut dargestellt haben.“ Dass die Formate gut angenommen werden, führt, so Langer, manchmal zu einem „kuriosen Problem“: „Wenn ich auf unsere Anliegen oder Erfolge hinweisen möchte, dann heißt es gerne: ‚Ihr braucht das eh nicht, ihr funktioniert’s eh so gut‘.“

Heuer (bis 30. September) kam etwa „Eco“ durchschnittlich auf 406.000 Zuschauer (Marktanteil 20 Prozent). Dass das Wirtschaftsmagazin gut ankommt, zeigt neben der Quote auch die Tatsache des 40-jährigen Bestehens. Die morgige Jubiläumssendung (moderiert von Dieter Bornemann, 22.30 Uhr) beschäftigt sich nicht nur mit den Entwicklungen am Wirtschaftsstandort Österreich, sondern bietet auch einen Blick hinter die Kulissen des Magazins.

Weitere Schwerpunkte der ORF-Magazine in der nächsten Zeit sind der Brexit und der Mauerfall – hierzu gibt es etwa bei „Eco“ und bei „Weltjournal“ eigene Sendungen (siehe Infokasten unten).

Die Kooperation über die verschiedenen Sendungsgrenzen hinweg verlaufe mittlerweile sehr gut: „Es gibt nun wesentlich mehr Zusammenarbeit zwischen den Magazinen. Das gegenseitige Unterstützen ist normal geworden. Etwa wird bei ‚Am Schauplatz‘ oder ‚Bürgeranwalt‘ immer wieder auch ein Aspekt für ‚konkret‘ geplant oder von ‚konkret‘ z. B. für ‚Eco‘ und umgekehrt.“

Und noch etwas hat sich geändert, seit Langer die Abteilung übernommen hat: „Bei den Führungskräften der Magazine sind mittlerweile mehr als die Hälfte Frauen.“ Bei ihrem Amtsantritt vor neun Jahren war es ein Viertel.

Highlights  der ORF-TV-Magazine

Heute, Mittwoch (22.30 Uhr), zeigt ORF2 im „WELTjournal“ die Doku „Japan – der neue Kaiser“,  morgen (Donnerstag) ist die Jubiläumssendung zu „40 Jahre Eco“ zu sehen (22.30 Uhr). Im November widmen sich u. a.  „WELTjournal“ (6. 11.) und „Eco“ (14. 11.) dem Thema 30 Jahre Mauerfall (jeweils 22.30 Uhr). 

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