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Neuer "Tatort" aus Wien: Den Teufel bei den Hörnern packen

Drehbuchautor und Regisseur Thomas Roth schickt Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser auf der Suche nach dem "Tor zur Hölle" durch die Wiener Unterwelt.

von Marco Weise

10/01/2022, 07:00 PM

Wien mag zwar hin und wieder hantig und ungemütlich sein, aber dass hier das „Tor zur Hölle“ vermutet wird, überrascht dann doch etwas. Aber eine Sage will es eben so. Diese steht dann auch im Mittelpunkt des neuen Falles von Harald Krassnitzer (als Moritz Eisner) und Adele Neuhauser (als Bibi Fellner), die am Sonntag (20.15/ORF2) den Eingang zur Unterwelt suchen.

Ausgangspunkt der Ermittlungsarbeit ist der Tod eines katholischen Priesters, der ein Amulett mit Satanssymbol bei sich hatte. Ausgedacht hat sich diesmal die Handlung der Regisseur Thomas Roth, der sich im Drehbuch zu seinem neunten „Tatort“ dem Satanismus und Exorzismus widmet.

Auf dieses Thema habe ihn Harald Krassnitzer gebracht, erzählt Roth dem KURIER. „Er hat mir bei einer Drehpause zum letzten gemeinsamen ,Tatort’ (,Wahre Lügen’, 2019) von diesem Tor zur Hölle erzählt, davon, dass es dazu anscheinend zahlreiche Berichte und polizeiliche Aufzeichnungen gibt. Ich habe dann im Rahmen meiner Recherchen versucht, alles zusammenzutragen, was über diesen Wiener Eingang zur Hölle bekannt ist“, sagt der 57-Jährige.

Bei den Vorbereitungen und Dreharbeiten haben sich die Erzdiözese Wien und Dompfarrer Toni Faber sehr kooperativ gezeigt. „Die Türen zum Stephansdom standen immer offen. Es wurde nichts verheimlicht oder uns irgendwelche Steine in den Weg gelegt“, so Roth.

„Das Tor zur Hölle“ beginnt kurzweilig, wird mit gefälligem Tempo erzählt, endet aber einigermaßen absurd. Der für den Wiener-„Tatort“ so typische Humor kommt dabei zum Glück nicht zu kurz. Thomas Roth verleiht dem Fall eine cineastische Note und erzählt eine dichte und bedrückende Geschichte. Mal mehr, mal weniger brauchbare Spezialeffekte sorgen für ein bisschen Horror – die beklemmenden Bilder liefert Kameramann Martin Gschlacht. Bei all der zur ORF-Primetime zulässigen Gruselstimmung stehen die Ermittlungsarbeiten aber stets im Zentrum. Schließlich gilt es einen Mordfall zu klären.

Debüt

Obwohl der Teufel stets eine Rolle spielt, in (schwache) Seelen schlüpft, lässt er sich persönlich natürlich nicht blicken. Ins Visier der Ermittlungen gerät stattdessen Roland Düringer, der erstmals für einen „Tatort“ vor der Kamera stand. Er spielt einen psychisch kranken Einzelgänger, der sich aus Angst vor einem Dämon in seinem Haus verschanzt. Als ehemaliger Zuhälter (leider ohne Strizzi-Idiom) und Schützling des ermordeten Exorzisten gerät er schnell ins Visier der Ermittler. Für Düringer ist der Fall eine zeitlose Geschichte. Das Setting mit Okkulten und Teufelsaustreibung funktioniere immer gut, weil „wir Menschen Sehnsucht haben nach dem, was wir nicht verstehen und begreifen können. Die Welt der Geister, das Spirituelle, etwas, das nach wie vor auch noch bei vielen Menschen als Stütze da ist“, sagt Düringer, der eine gescheiterte Existenz verkörpert. Der Typ sei „arm, weil er total in diese Szene hineingekippt ist, sich seine eigene Welt gebaut hat und auch alles erklären kann. Nur leider hat das nichts mit der Lebensrealität zu tun.“

„Das Tor zur Hölle“: Neben Harald Krassnitzer, Adele Neuhauser und Roland Düringer (gibt sein „Tatort“-Debüt) spielen in weiteren Rollen des 2021  unter der Regie von Thomas Roth in Wien und Niederösterreich gedrehten Krimis u. a. Hubert Kramar, Günter Franzmeier, Sven-Eric Bechtolf (dubioser Psychiater), Angela Gregovic  (exzentrische Theologin), Maresi Riegner (großartig vom Teufel besessen), Markus Schleinzer und Lukas Watzl. „Das Tor zur Hölle“ ist am Sonntag (2. Oktober) um 20.15 in ORF2 zu sehen und steht  sieben Tage in der ORF-TVthek zum Abruf bereit.
 

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