Neue Serie der Duffer-Brüder: Vom Horror des Heiratens
„Something Very Bad ...“ mit Camila Morrone als Rachel.
Zum Jahreswechsel haben Matt und Ross Duffer den Fans von „Stranger Things“ etwas Schreckliches angetan: Die beiden Brüder haben ihre beliebte Mystery-Serie nach fünf Staffeln doch tatsächlich enden lassen. Diesen Schock werden sie wohl so schnell nicht wiedergutmachen können. Aber vielleicht können sie ein bisschen davon ablenken. Zum Beispiel mit ihrer neuen Serie, bei deren Titel man sich kurz konzentrieren muss, um ihn ordentlich hinzuschreiben: „Something Very Bad Is Going To Happen“.
Der achtteilige Horror (zu sehen auf Netflix) beginnt mit einem Roadtrip für Rachel (Camila Morrone, „Daisy Jones & the Six“) und Nicky (Adam DiMarco, „The White Lotus“ 2). Die beiden wollen heiraten, und zwar in der „Hütte“ seiner Familie, die Rachel noch nie zuvor getroffen hat.
Schon auf der Fahrt dorthin passiert Seltsames: Rachel und Nicky finden ein vergessenes Baby auf einem Parkplatz, auf der Toilette einen toten Fuchs. Und es wird nur rätselhafter, als sie das Ziel ihrer Reise erreichen. Die erste Überraschung: Was Nicky als „Hütte“ bezeichnet hat, ist in Wahrheit ein riesiges Anwesen, die Wegbeschreibung zur Küche beginnt mit „Durch das Atrium links ...“.
Dort sieht Rachel, selbst ohne Mutter und mit einem schwierigen Vater aufgewachsen, erstmals ihre künftige Schwiegerfamilie. Die Schwägerin in spe berichtet gleich einmal von einem Serienkiller, der Frauen ausweidet. Nickys Mutter wiederum spricht in beunruhigenden Sätzen darüber, dass beim Heiraten die Seelen vereint werden – fast so, als würde man sie „zusammennähen“. Wenig später verschwindet das Brautkleid, und eine anonyme Warnung vor dem Bräutigam landet im Briefkasten.
Nicky und Rachel in "Something Very Bad Is Going To Happen".
Gruselatmosphäre
In „Something Very Bad ...“ wird das Heiraten zur Horrorvorstellung: Rachel wird von der ihr fremden Familie völlig vereinnahmt, ihre Wünsche und Vorstellungen sind einerlei – Hauptsache, der Sohn hat eine Frau. Und von der, das macht er gleich zu Beginn klar, wünscht er sich bald ein Kind.
Ein ergiebiges Thema für das Genre – leider nimmt sich die Serie (die Duffer-Brüder sind Executive Producer, Showrunnerin ist Haley Z. Boston) zu viel Zeit, die düstere Gruselatmosphäre auszumalen, anstatt in die Tiefe zu gehen. Die ersten Folgen bestehen aus lähmend langsamen Einstellungen beim Herumirren durch das Haus, in dem es akut an Lichtschaltern zu mangeln scheint. Etwas sehr Schlimmes wird passieren, verspricht der Titel. Bis dahin tut sich allerdings eher wenig.
Kommentare