Kultur | Medien
18.11.2018

Marcel Hirscher wird zum Medien-Macher

Der Ski-Star bringt am 21. November das Magazin „Heroes“ mit Hilfe des Red Bull Media House auf den Markt. Verlagschef Kornhofer im Gespräch.

Frau Schöneberger tut es mit Barbara, Joko Winterscheidt mit JWD und Dr. v. Hirschhausens Stern Gesund Leben gehört auch dazu: Prominente leihen Printprodukten ihre Namen. „Wir wollten das nicht einfach bloß kopieren“, erklärt Andreas Kornhofer, Geschäftsführer von Red Bull Media House Publishing. „Unser neuer Ansatz stellt uns aber auch vor eine große Herausforderung, nämlich tatsächlich diesem Menschen das Magazin machen zu lassen.“ Und das tat niemand Geringerer als Marcel Hirscher.

Der Ski-Star legt am 21. November The Red Bulletin Heroes vor. Der Unterschied zu vielen anderen Testimonial-Magazinen: „Jede Zeile, jedes Foto bis hin zu den Titel-Schriften entstand in enger Zusammenarbeit mit ihm“, erzählt der Verlagschef. „Das war auch für ihn eine enorme Herausforderung.“

Aufwand

Der siebenfache Gesamtweltcupsieger ist nicht nur Herausgeber der ersten Heroes-Ausgabe, sondern er liefert auch den Inhalt für die 140 Seiten, die es für 4,20 Euro gibt.

„Er hat selbst einige Geschichten gemacht, hat sehr umfangreich erzählt, was ihn antreibt und wie er wurde, was er ist. Es gibt ein Interview mit seinem Vater, Ferdinand „Ferdl“ Hirscher, dessen Rolle man da erstmals so richtig versteht. Es sprechen natürlich auch Marcel und Laura mit- und übereinander. Und Kabarettisten geben Antworten auf die dümmsten Fragen, die Hirscher nach einem Rennen gestellt bekommt.“

Der Salzburger gilt in seinem Beruf als Ski-Rennläufer als einer, der sehr genau und hart arbeitet. „Das war auch hier so“, unterstreicht Kornhofer. „Hirscher steht als Typ ja schon sehr stark dafür, dass Qualität auch von Qual kommt. Qualität entsteht ja nicht nur durch eine gute Idee, sondern durch viele Kleinigkeiten und wiederholtes Hinterfragen dessen, was man tut. Er ist kein Typ, der sich mit dem Einfachsten zufrieden gibt.“

Blaupause

Heroes, eine Verlängerung von The Red Bulletin, ist ein Magazin-Konzept, für das Hirscher sozusagen nun die Blaupause liefert. Kornhofer: „Wir wollen dieses Magazin in Österreich und in anderen Märkten mit weiteren Persönlichkeiten fortsetzen, von denen wir glauben, dass sie zu uns passen. Wie es in der Magazin-Widmung steht: Menschen abseits des Alltäglichen.“

Servus, Bergwelten, Terra Mater und jetzt Heroes - Red Bull hat Magazine gegründet, „als sich viele in der Print-Branche selbst ins Koma gejammert haben. Wir glauben an Print“, unterstreicht Kornhofer. Das ist keine Selbstverständlichkeit, haben doch selbst große internationale Magazin-Titel und Verlagshäuser zu kämpfen. „Die Rolle von Print hat sich verändert. Zeitungen und Magazine haben heute einen anderen, neuen Wert. Es ist ja kein Zufall, dass auch große Digital-Brands beginnen, ihre Inhalte auf Papier zu drucken. Man könnte auch sagen: Wir müssen etwas angreifen können, um es im besten Fall auch begreifen zu können“, meint Kornhofer.

INFO Marcel Hirscher erzählt u. a. über „Heroes“ heute, Montag, in „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ (ServusTV, 21.15 Uhr)

Zur Person

Andreas Kornhofer ist seit September 2017 Geschäftsführer und Herausgeber im Red Bull Media House Publishing. Zuvor war der gelernte Journalist als Chefredakteur im Verlagshaus tätig. Kornhofer entwickelte u.a. „Servus in Stadt & Land“, das sich zu Österreichs erfolgreichsten Monatsmagazin entwickelt  hat oder die  „Bergwelten“. Heute ist  der 50-Jährige für die gesamte,  über Österreich hinaus verbreitete Magazinwelt der Red Bull-Tochter verantwortlich. Dazu zählen auch noch Print-Produkte wie „The Red Bulletin“, „Terra Mater“ sowie diverse Verlängerungen schon bestehender Magazine.