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Aus den USA auf den Küniglberg: Top-Manager Larcher will ORF sanieren

Der Streaming-Experte will mit einem radikalen Reformprogramm und einem 100-Millionen-Sparkurs ORF-Generaldirektor werden. Vor allem die Jungen will er wieder gewinnen.
ORF-Chef-Bewerber Johannes Larcher mit Brille, Bartstoppeln und dunkles Sakko vor hellem Hintergrund.

Er ist ein hochkarätiger Außenseiter im Rennen um die ORF-Spitze: Johannes Larcher hat am Donnerstag seine Bewerbung um die Position des ORF-Generaldirektors ab 2027 bekanntgegeben. Larcher, der seine Karriere einst in der Kulturredaktion des ORF begann, verfügt über jahrzehntelange internationale Führungserfahrung, unter anderem bei Warner Bros. Discovery, HBO, Hulu und als CEO der Storytel Group. Er betont: „Meine Unabhängigkeit ist nicht nur ein Versprechen – sie ist meine Stärke. Ich stehe für einen ORF, der niemandem verpflichtet ist außer seinem Publikum und dem österreichischen Gemeinwohl.“

Kosmetische Korrekturen sind beim ORF zu wenig

Angesichts eines historischen Tiefstands bei der Glaubwürdigkeit und einer tiefen Akzeptanzkrise forderte Larcher mutige Veränderungen. Der ORF sei unverzichtbar. Aber: „Der ORF braucht keine kosmetischen Korrekturen, sondern mutige und klare Führung durch ein unabhängiges Management mit tiefer Erfahrung im B2C-Mediengeschäft und mit erfolgreichen Transformationsprozessen in großen Unternehmen. Der ORF gehört allen, und verdient sich einen Generaldirektor, der bereit ist, echte Verantwortung zu übernehmen. Genau das werde ich liefern.“

Larchers Konzept stützt sich auf fünf strategische Säulen. Zur Absicherung der redaktionellen Unabhängigkeit schlägt er eine eigenständige Informationsdirektion vor. Zudem plant er eine massive Aufwertung lokaler Inhalte aus den Bundesländern sowie eine digitale Omni-Channel-Strategie, die ORF–Inhalte via ORF ON und auf Drittplattformen wie TikTok ausbaut.

Gnadenlos effizient

Angesichts rückläufiger Werbeeinnahmen sieht er Effizienz als Chance und kündigt jährliche Einsparungen von mindestens 100 Millionen Euro an - unter anderem durch administrative Verschlankung und KI-Einsatz. Im Unternehmen will er Sonderverträge abschaffen und eine moderne Unternehmenskultur etablieren. 

Larcher: „Der ORF wird im Jahr 2027 sein 70–jähriges Bestehen feiern. Das ist ein Grund, stolz auf die Vergangenheit zurückzublicken. Wesentlicher erscheint mir jedoch der Blick nach vorne – und die Entschlossenheit, die notwendigen Veränderungen mutig und konsequent zu gestalten. Ich freue mich auf diese Aufgabe.“

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