Zuhause bleiben in Zeiten der Krise bedeutet für viele Menschen: Viel Fernsehen.

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Kultur Medien
03/23/2020

Heimische TV-Nutzung erreichte am Sonntag neuen Rekord

AGTT-Auswertung weist 315 Fernsehminuten aus, zweiter Rekord in Folge. Davor lag die Bestmarke im Jahr 1997.

von Philipp Wilhelmer

Die heimischen Fernsehgeräte machen gerade Belastungstests: Die TV-Nutzung hat am vergangenen Sonntag erneut sämtliche Rekorde gebrochen, bestätigte ATV-Chef Thomas Gruber auf Anfrage des KURIER. Konkret lag die Nutzungsdauer bei 315 Minuten. Damit stellten die Österreicherinnen und Österreicher ihren Fernsehrekord vom zurückliegenden Sonntag ein (308 Minuten). Erfasst sind die linearen Fernsehminuten - Konsum über Mediatheken oder zeitversetztes Sehen sind nicht eingerechnet.

Historische Rekorde

Wie historisch die vor den Fernsehgeräten verbrachte Zeit ist, wird klar, wenn man den letzten Nutzungsrekord heranzieht: Der lag am 1. Jänner 1997. Die Quotenmessung wurde 1991 eingeführt.

 

Auch sonst sind die Fernsehmacher zufrieden, sagt Gruber, der auch als Obmann der Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT) fungiert. Die Nutzungsdauer der Zielgruppen ist im Vergleich mit März 2019 um rund ein Drittel nach oben gegangen. Am stärksten war die Steigerung bei den jungen Sehern, die um 37 Prozent zulegten.

"Die Stärke des Fernsehens kommt voll zum Tragen", so Gruber. In Zeiten der sozialen Distanzierung "schafft es, die Familien wieder vor dem TV-Gerät zu vereinen". Und: Fernsehen dient der Information in Krisenzeiten. Das Newsangebot hat quer über alle Sender um ein Viertel zugelegt. Rechne man den neuen Infosender Puls24 mit, liege die Steigerung sogar bei 55 Prozent, meint Gruber.