Maisie Williams, Kit Harington, Sophie Turner und Isaac Hempstead bei der Premiere in Belfast.

© Joel C Ryan/Invision/AP

Kultur Medien
04/14/2019

"Game of Thrones": So war die Premiere in Belfast

In Belfast wurde am Wochenende Europa-Premiere gefeiert, in der Nacht auf Montag startet die neue Staffel.

von Nina Oberbucher

Wer in den vergangenen Tagen und Wochen von Nordirland gehört hat, dem ist vermutlich als erstes der Brexit in den Sinn gekommen. Am Freitag dominierte in der Hauptstadt Belfast aber ein anderes Thema: „Game of Thrones“.

Die Fantasy-Saga, in der sich alles um Schwerter, Drachen, Blut, Intrigen und nackte Haut dreht, geht in der Nacht auf Montag in die achte und letzte Staffel. Rund eine Woche nach der Weltpremiere in New York wurde am Freitag auch in Belfast gefeiert.

Darsteller der Serie wie Kit Harington („Jon Snow“), Sophie Turner („Sansa Stark“) und Maisie Williams („Arya Stark“) kamen zur Feier in der Waterfront Hall, um ein letztes Mal die Werbetrommel für jene Produktion zu rühren, die sie zu Stars gemacht hat und nun ins Finale geht.

Da wird endgültig geklärt, wer am Eisernen Thron Platz nehmen und über das von Autor George R. R. Martin erdachte Westeros herrschen darf.

Flirt im Flieger

„Game of Thrones“ ist die teuerste Serie der Welt (allein eine Episode soll sich mit 15 Millionen Dollar zu Buche schlagen) und auch die meistgesehene (rund zwölf Millionen Zuseher schalteten etwa beim Finale von Staffel 7 beim US-Sender HBO ein).

Um die mit 47 Emmys ausgezeichnete Produktion ist mehr als ein Kult entstanden, „Game of Thrones“ ist – auch wenn die mittelalterliche Fantasiewelt das vielleicht auf den ersten Blick vermuten ließe – alles andere als ein Zufluchtsrefugium für Nerds. Da verwundert es auch nicht, wenn man im Flugzeug nach Belfast hört, wie ein Reisender seiner neuen Bekanntschaft Avancen machen will – indem er ihr Tickets für die Premiere am selben Abend verspricht.

Dass die nordirische Hauptstadt für die Europa-Premiere ausgewählt wurde, wird „Game of Thrones“-Kenner freilich nicht überraschen – schließlich wurden große Teile der Serie auf der grünen Insel gedreht. Etwa in den Belfaster Titanic Studios (die ihren Namen tragen, weil in den Hallen tatsächlich das gleichnamige Schiff gebaut wurde).

Aber auch zahlreiche andere Orte in Nordirland dienten als Kulisse für „Game of Thrones“. Davon hat die hiesige Filmindustrie profitiert, um die es nach der Wirtschaftskrise nicht gut bestellt war, aber auch der Tourismus. Eine kurze Google-Recherche genügt, und man findet dutzende Tour-Anbieter und Ausflugsvorschläge.

2010 begannen die Dreharbeiten zur ersten Staffel von „Game of Thrones“ in Nordirland. Nach so vielen Jahren Abschied nehmen zu müssen, fällt nicht allen Darstellern leicht, wie am Freitag am roten Teppich in Belfast zu hören war.

„Es ist seltsam, es fühlt sich ein bisschen an wie der letzte Tag am Set“, erzählte Liam Cunningham („Ser Davos Seaworth“). „Es sind auch einige Crew-Mitglieder hier – und wir haben noch einmal die Gelegenheit, uns zu verabschieden.“

Einige der Schauspieler sahen die neueste Folge in Belfast zum ersten Mal, etwa Gemma Whelan („Yara Greyjoy“), die bei der Premiere in New York verhindert war. Cunningham erklärte, dass in der neuen Episode die Spielfiguren erst einmal wieder aufs Brett gestellt würden. Sein Urteil lautete selbstverständlich: „Großartig!“ – „Sehr lustig“, meinte Hannah Murray (seit Staffel zwei als „Gilly“ zu sehen). „In New York wurde viel gelacht.“

Der Kopf an der Wand

Viel mehr darf an dieser Stelle auch nicht verraten werden. HBO hat ein striktes Embargo für Kritiken bis zum regulären Start der ersten Folge verhängt – daran erinnerte vor der Ausstrahlung in der Waterfront Hall noch einmal ein kleiner Einspieler. Die Stimmen von Arya und Sansa Stark (Maisie Williams und Sophie Turner) warnten, dass mit ihnen nicht zu spaßen sei, sollte jemand mitfilmen oder Spoiler verraten. Und sollte während der Vorführung gar ein Handy läuten, dann würde sich der Kopf des Besitzers „gut auf der Wand meiner Schwester machen“, drohte Turner.

Klar ist: Die „Game of Thrones“-Fans erwartet in den letzten sechs Folgen ein spektakulärer Kampf. Denn es geht nicht nur darum, welche Herrscherfamilie den Thron für sich beanspruchen wird können – aus dem Norden droht Gefahr von den weißen Wanderern.

Das Ende werde „bittersüß“ sein, hatte Erfinder Martin erklärt. So wirklich vorbei ist es mit der Saga rund um Eis und Feuer aber dann trotzdem noch nicht. Denn wie es so ist im Serienzeitalter – weder Fans noch Macher wollen sich von lieb Gewonnenem verabschieden, und so hat HBO bereits ein Prequel und diverse Spin-offs angekündigt.

Wann und wo man Staffel 8 von "Game of Thrones" sehen kann

Heute Nacht (von Sonntag auf Montag) hat das lange Warten für „Game of Thrones“-Fans ein Ende: Sky Atlantic HD zeigt die erste Folge der achten Staffel – parallel zum US-Start – um 3 Uhr. Ab circa 4 Uhr ist die Episode dann auch auf Abruf via Sky X, Sky Go und Sky Q und am Montag um 20.15 Uhr auf Sky Atlantic Thrones HD zu sehen. Jede Woche wird eine neue Episode ausgestrahlt – insgesamt zählt die neue Staffel sechs Stück mit einer Länge von jeweils 54 bis 80 Minuten. 

Die allerletzte Folge wird am 20. Mai gesendet, eine Woche später steht dann die „Game of Thrones“-Doku „The Last Watch“ auf dem Programm. Wer noch alte Episoden nachzuholen hat, kann das ebenfalls bei  Sky tun – da gibt es alle bisherigen sieben Staffeln.