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Kultur Medien
01/14/2020

Flugzeugabschuss: ARD-"Tagesschau" zeigte manipuliertes Video

Szenen zum Raketeneinschlag in Passagiermaschine bearbeitet on air. Material kam von CBS.

von Philipp Wilhelmer

Der ARD-"Tagesschau" ist in einem Nachrichtenbeitrag ein peinlicher Fehler unterlaufen. In einem Beitrag über den Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine im Iran war ein Amateurvideo gezeigt worden, das die tödliche Panne festgehalten hat. Allein: Die Tonspur war offenbar manipuliert, wie die ARD nachträglich einräumte. Das Video zeigte den Raketeneinschlag in der Boeing. Im Original vergehen zwischen Blitz und Knall mehrere Sekunden (ein physikalische Effekt: Licht bewegt sich schneller fort als Schall). In der bearbeiteten Version hört man den Knall gleichzeitig mit dem Lichtblitz. Ein Shitstorm samt Bericht der stets ARD-kritischen Bild war die Folge.

CBS-Material war schuld

Die Panne war jedoch nicht nur hausgemacht, wie man intern erhoben hat. Wie die Pressestelle des NDR auf KURIER-Anfrage mitteilte, stammte das Video aus dem ARD-Studio in Washington. "Dort wurde als Grundlage das Material des US-amerikanischen Senders CBS genutzt. Dieses Ausgangsmaterial war offenbar fehlerhaft."

Online wurde der Fehler nachträglich korrigiert: "Die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau und die Tagesthemen vom 10.1. wurden auf tagesschau.de mit einem Hinweis auf den Ton bearbeitet", so der Sender.