Song Contest: Van der Bellen drückt den Buzzer
Weniger als zwei Wochen sind es noch, bis der 70. Song Contest in Wien startet. Die Bühne in der Wiener Stadthalle wurde aber bereits jetzt von prominenter Seite eingeweiht: Bundespräsident Alexander Van der Bellen absolvierte am Dienstag bei einem Medientermin einen Probegang und eröffnete die Bühne auch offiziell mit dem Drücken auf einen roten Buzzer, worauf eine bunte Lichtshow folgte.
Das Song-Contest-Credo "United by Music” sei "so ein schönes Motto", sagte Van der Bellen, denn es zeige, dass uns "trotz aller Unterschiede und konträrer politischer Ansichten" etwas vereine.
Van der Bellen drückte den Buzzer.
Bis zu 300 Mitarbeiter haben zwei Wochen lang an der 2.000 Quadratmeter großen und 210 Tonnen schweren Bühnenkonstruktion gearbeitet. Mehr als 8.500 einzeln steuerbare LEDs kommen bei der größten Musikshow der Welt zum Einsatz. Vom anspruchsvollen Aufbau berichteten bei dem Termin am Dienstag auch mehrere Mitarbeiter: Einer plane schon seinen Urlaub für die Zeit nach dem Event. Eine Kollegin erzählte, dass sie bereits von der Bühne träume. Das fertige Ergebnis zu sehen, sei "überwältigend", fühle sich aber "sehr gut" an.
Theater und Oper
Das Herzstück der Bühne ist umgeben von einem geschwungenen Bogen, durch einen Steg und eine Stiege ist sie mit dem Green Room verbunden, in dem die Künstlerinnen und Künstler nach ihren Auftritten Platz nehmen werden.
Man habe sich für das Design nicht nur von der Wiener Secession, sondern auch "vom Theater und von der Oper inspirieren lassen. Ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen", so Florian Wieder, der bereits beim letzten ESC in Wien 2015 für das Aussehen der Bühne verantwortlich zeichnete.
Bühnendesigner Florian Wieder.
Ein Element von damals wurde dabei wieder aufgegriffen: Vor elf Jahren tanzten mehr als 600 Kugeln von der Hallendecke (und bereiteten Regisseur Kurt Pongratz einige Kopfschmerzen, wie er einmal in einer ORF-Doku zu Protokoll gab: "Irgendwann hab ich gesagt: Kommt’s, nehmt’s a Scher, wir schneiden diese ganzen depperten Kugeln ab. Kein Mensch braucht das.").
Anstelle der Kugeln sind es nun aber Lampen, die sich gemeinsam bewegen. Die Konstruktion sei damals "sehr zeitaufwendig" gewesen, so Wieder, mittlerweile habe sich die Technologie aber stark weiterentwickelt. Schwierigkeiten mit den Lichtern erwarte man also nicht.
In erster Linie habe man bei der Planung darauf geachtet, dass die Show für die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Halle funktioniert. "Alles, was fürs Fernsehen ist, kann man dann im Nachgang einarbeiten."
ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher beim Medienupdate in der Wiener Stadthalle.
"Total beeindruckt und hingerissen" vom Ergebnis zeigte sich die ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher. Zum ersten Mal sah auch das Moderationsduo Victoria Swarovski und Michael Ostrowski die fertige Bühne. "Es ist echt crazy, wie groß das alles ist", stellte Swarovski fest, die beim Anblick der Bühne “Gänsehaut” bekommen habe. "Es ist sehr viel zu gehen", monierte hingegen Ostrowski: Die Bühne sei wohl "extra lang" gemacht worden, damit auch das Fitnesstraining gleich abgeschlossen sei.
Das Moderationsduo Swarovski und Ostrowski.
Letzte Handsgriffe
Auch der Backstage-Bereich steht kurz vor der Fertigstellung, letzte Handsgriffe werden noch erledigt. In der "Delegation Bubble" können sich die Acts auf ihre Auftritte vorbereiten. Diese ist in zwei Bereiche geteilt - ein Konzept, das sich bereits im Vorjahr in Basel bewährt habe, wie die Zuständige Kerstin Pröll erklärte: In der "Connected Area" (erkennbar am schwarzen Bodenbelag) können Fotos und Videoaufnahmen gemacht werden, in der "Disconnected Area" mit goldenem Boden sollen die Sängerinnen und Sänger hingegen ungestört zur Ruhe kommen können. Dort befinden sich auch die insgesamt 26 Garderoben, die im Inneren mit großflächigen Wien-Bildern ausgestattet sind.
Die Garderoben sind fast fertig.
Von Kopfschmerztabletten bis Yoga-Matten sei alles für das Wohlbefinden der Gäste vorhanden, auch ein "Welfare Manager" mit psychotherapeutischer Ausbildung sei vor Ort, sollte es etwa aufgrund des großen Drucks, der mit der Show einhergeht, Gesprächsbedarf geben.
Parkett und Kaffeehaus
Für die Verpflegung der Delegationen steht auch ein eigenes Restaurant bereit. "Von außen ist es ein Zelt, wie man es von jedem Feuerwehrfest kennt", so Pröll. Im Inneren soll es jedoch wie ein Wiener Kaffeehaus aussehen - dafür wurde extra Fischgrätparkett verlegt. Verschiedene Sitzgelegenheiten vor Bildschirmen sollen es den Künstlerinnen und Künstlern zudem ermöglichen, die Show vor ihrem Auftritt anzusehen.
580 Sitzplätze gibt es im Pressecenter für Journalistinnen und Journalisten.
Leinwände und Screens stehen auch für die rund tausend akkreditierten Journalistinnen und Journalisten zur Verfügung, die das Geschehen im angrenzenden Pressecenter verfolgen können.
Und wie und wo wird sich eigentlich der Bundespräsident den Song Contest anschauen? Er habe seinen Kalender nicht im Kopf, sagte Van der Bellen am Dienstag, da ändere sich immer wieder etwas. "Aber ich hoffe, es kommt nichts dazwischen."
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