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Kritik
09/03/2020

Disneys "Mulan": So ist der Doch-Nicht-Blockbuster

Disney zeigt den Film ab Freitag im Streaming statt im Kino - große Bilder, ins kleine Format gezwängt.

von Georg Leyrer

Hua Mulan ist, so wollen es eine alte chinesische Legende und der Disney-Animationsfilm aus dem Jahr 1998, am Ende dann eine mächtige Kriegerin. Aber ein stärkerer Gegner findet sich immer.

Im Falle der auf Blockbuster hochbudgetierten (200 Millionen Dollar!) Neuverfilmung war das Corona: Unmittelbar vor dem marketingmäßig ausführlich vormassierten weltweiten Start in den Kinos wurden ebendiese geschlossen.

Gegen Gebühr

Und da zumindest die amerikanischen Kinos so bald nicht wieder aufsperren, muss Mulan ihre großen Kämpfe – gegen die Tradition, gegen Sexismus, gegen dunkle Mächte, die den chinesischen Herrscher stürzen wollen – nun auf kleinem Bildschirm ausfechten: Heute startet „Mulan“, der Doch-nicht-Blockbuster, auf dem hauseigenen Streamingdienst Disney+.

Und weil nichts umsonst ist (und derzeit ein ordentliches Minus in der Disney-Bilanz steht), kostet „Mulan“ dort 22 Euro extra.

Dass „Mulan“ nun abseits der Kinos startet, ist in vielerlei Hinsicht schade. Weil die Kinos die Einnahmen aus dem Film dringend gebraucht hätten. Weil „Mulan“ in der Echtverfilmung große Bilder aufwartet, die sich nach einer ebensolchen Leinwand sehnen und nun gegen die Ränder des Laptopbildschirms pressen.

Und weil der Film mit Yifei Liu in der Titelrolle genau jene Art Unterhaltung ist, die man gerne mit Popcorn und in Begleitung im Kino an sich vorbeiziehen lassen würde.

Disney weiß, wie so ein Film geht. Im Heimkino aber überwältigen die wunderschönen Bilder aus dem chinesischen Reich, die Fast-Jedi-Kampfszenen (Mulan ist erfüllt vom Chi, was hier soetwas wie die Macht ist), die wallenden Haare und Kleider ein wenig zu wenig.

Dahinter erspäht man eine doch sehr gerade heruntererzählte Emanzipationsgeschichte einer liebenden Tochter, die ihren Vater schützen will und deshalb zur Kriegerin wird.

Man weiß, wie so etwas ausgeht.

Bis dahin bohren sich doch einige Pfeile in einige Soldatenkörper, sodass „Mulan“ für den kuscheligen Familienstreamingabend ein bisschen zu ruppig ist (und freigegeben erst ab 12). Sehenswert ist das Filmprodukt natürlich trotzdem.

So blickt man neidig auf China, wo „Mulan“ in den Kinos anlaufen wird (auch ein Kotau vor dem ab heuer größten Kinomarkt der Welt). Wie überhaupt die Story – ganz viele heldenhafte Chinesinnen – die neuen Machtverhältnisse bei den Einnahmen perfekt abbildet.

Und wer ein wenig Geduld hat: Ab Dezember, liest man in US-Medien, soll „Mulan“ für Disney+-Abonnenten nichts mehr extra kosten.

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