Not macht erfinderisch: Das ATV-Notfall-Studio steht in der Wohnung von Jenny Laimer und Wolfgang Schiefer

© AtV

Kultur Medien
04/07/2020

Corona: ATV trainiert Notfallmodus und sendet Info aus dem Homeoffice

Die ATV-Information hat ein Notfall-Studio in die Wohnung der Moderatoren Jenny Laimer und Wolfgang Schiefer als Backup gebaut.

von Christoph Silber

Andere schicken eine ganze Mannschaft in die Quarantäne im Sender, bei ATV ist es ein Duo in einem Homeoffice-Studio: In der Wohnung der ATV-Moderatoren Jenny Laimer und Wolfgang Schiefer hat der Privatsender eine Not-Einheit für den Fall der Fälle aufgebaut.

„Die Corona-Krise stellt uns als Fernseh-Macher vor die Herausforderung, dass wir sogar Selbstverständlichkeiten wie eine Studio-Infrastruktur in Frage stellen müssen. Mit dem Notfall-Set in der Wohnung unsere Moderatoren haben wir hier aber ein gutes Sicherheitsnetz aufgespannt. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass wir unsere Präsentatoren nicht im Sender isolieren müssen“, erklärt Chefredakteur Georg Grabner.

Feuertaufe

Das Studio besteht aus einer drei Meter langen und 2,5 Meter hohen Deko-Wand sowie professionellem Licht-, Ton- und Kamera-Equipment. Für die Übertragung in die Sendezentrale sorgt das LiveU-System, das lediglich aus einem Rucksack und mehreren SIM-Karten, wie man sie aus Mobiltelefonen kennt, besteht. Am Dienstagabend erlebte das Studio die Feuertaufe in einer aktuellen Info-Sendung bei ATV2. Davor hatte Laimer quasi als Probelauf bereits zwei Interviews für die samstägige Rubrik „Im Fokus“ von „ATV Aktuell“ dort abgewickelt.

Vorbereitung

Noch kurz das Ostereier-Färben mit der fünfjährigen Tochter fertigmachen, dann übernimmt Schiefer die Bespaßung und für Laimer gehen die Vorbereitungen auf die Sendung los. Das heißt Kontaktaufnahme mit der Redaktion, durchforsten des Redaktionssystems, besprechen der geplanten Beiträge und Adaption der Moderationstexte. „Das ist dann gar nicht mehr so anders als im Sender“, erzählt Schiefer während dessen, weil für die Moderatorin die Zeit schon tickt. Er wird sich nach Laimer am Dienstag, am Mittwoch um 17.45 auf ATV2, mit "ATV aktuell" ebenfalls aus dem Notfall-Studio melden.

Als Sendungsverantwortlicher des Sonntagabend-Rückblicks „ATV Aktuell: Die Woche“ hat er bereits Erfahrung mit dem Fern-Arbeiten durch ROMY-Nominee Meinrad Knapp, der seit einiger Zeit in Tirol sitzt. Beide dürfen aufgrund von Vorerkrankungen derzeit nicht in den Sender. Knapp löst das als „Bildschirm-Gesicht“.

Auch ATV und seine Information fahren Sender-intern den Krisen-Modus: Statt fast 30 Journalisten sind mittlerweile nur mehr fünf ATV-Mitarbeiter (drei Redakteure, ein Chef vom Dienst und ein Moderator) mit der direkten Produktion von „ATV Aktuell“ im Sender befasst. Der Rest des Teams arbeitet via Home-Office zu.

Geteilte Teams

Jede Woche wird das fünfköpfige Team durch ein neues fünfköpfiges Team ausgetauscht. Damit soll gewährleistet sein, dass im Krankheitsfall nur ein kleiner Teil in Quarantäne muss.

„Mit der geteilten Team-Lösung versuchen wir zwei ganz zentrale Bedürfnisse zu befriedigen: zum einen, dass wir den bestmöglichen Schutz für unsere Redaktion gewährleisten und zum anderen natürlich, dass wir unser geschätztes ATV-Publikum auch in der Corona-Krise verlässlich mit den wichtigsten Nachrichten aus Österreich und der Welt versorgen können“, erläutert Chefredakteur Grabner. Der (Denk- und Koordinations)Aufwand zahlt sich aus: Am Höhepunkt der Corona-Krise hat „ATV Aktuell“ mit einem Wochenschnitt von 190.000 Zusehern die stärkste Reichweite bisher.

 

 

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