Die Kunst mit dem Klebeband

JamesDean_Max Zorn
Foto: Max Zorn Max Zorn verarbeitet auch populäre Motive wie Filmlegende James Dean.

Der Amsterdamer Künstler Max Zorn schafft aus alltäglichem Klebeband beeindruckende Bilder.

Was in keinem gut sortierten Haushalt fehlen darf, macht sich seit knapp zwei Jahren auch in Künstlerateliers unentbehrlich: Klebeband. Zumindest in jenem von Max Zorn. Lage für Lage braunen Paketklebebandes schichtet der 30-Jährige auf einer Plexiglassscheibe übereinander und schneidet die Konturen aus. So lange, bis aus einem Alltagsgegenstand Kunst wird. Tape-Art nennt das Zorn. Damit die viellagigen Bilder ihr volle Wirkung entfalten, braucht es noch etwas: Das richtige Licht.

Dementsprechend positioniert Max Zorn, übrigens einer der wenigen Street-Artists, die ihren wirklichen Namen verwenden, auch seine Tixo-Streifen: Er klebt sie auf Laternen und auf Schaufenstern. Das ist nicht legal, stört in seiner Heimatstadt aber mittlerweile fast keinen mehr. Seine Bilder sind in ganz Amsterdam zu sehen – Mit wachsendem Bekanntheitsgrad finden sie aber auch auf der ganzen Welt immer mehr Verbreitung. Hierfür hat sich Max Zorn etwas Besonderes einfallen lassen. Auf sticktogether.maxzorn.com kann man sich sein persönliches Stickerbild bestellen. Gratis und unkompliziert. Max Zorn verschickt seine kleinen Bildchen per Post. Einzige Bedingung: Der Empfänger darf sich die Bilder nicht behalten – er muss sie gut sichtbar im öffentlichen Raum platzieren. Tape-Art ist eben auch Street-Art und somit öffentlich. Schlau. So wurden Galerien und Kunstsammler auf den Street-Artist aufmerksam. Mittlerweile macht Zorn auch großformatige Bilder, für die bis zu 2.500 Euro gezahlt werden. Zuletzt wurden seine Bilder in Singapur gezeigt. Max Zorn ist längst nicht der einzige Künstler, der sich in der Street-Art Klebebänder als Arbeitsmaterial bedient. Tatsächlich gibt es sogar eine eigene Tape-Art-Szene in der Street-Art.
Das Kollektiv Asphaltpiloten wurde etwa mit seiner "Tape Riot"-bekannt,  und "Tape That" in München machen Live-Perfomances mit Klebestreifen. Mit der Sepia-Ästhetik seiner Plakatklebestreifen ist Max Zorn aber einer der herausragenden Vertreter der Szene. Max Zorns klarer Stil spiegelt sich auch in seinen Motiven wider. Der braune Sepia-Ton ergänzt sich perfekt mit den stillen Szenen, die stark an die Film-Noir-Streifen der 40er und 50er erinnern. Beeindruckend, was Max Zorn mit einem ganz alltäglichen Gegenstand und der richtigen Idee schaffen kann.

Und so entsteht die Tape-Art

Weiterführende Links
sticktogether.maxzorn.com/
http://www.maxzorn.com/
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