epa01356378 Pianist Maurizio Pollini plays a concert with the Berlin Philharmonic Orchestra on the Waldbuehne stage in Berlin, Germany, 24 May 2008. After a fire at the concert hall of the orchestra, it was decided to move the concert on the stage at a Berlin forest. EPA/BRITTA PEDERSEN

© APA/Britta Pedersen

SALZBURGER FESTSPIELE
08/18/2013

Maurizio Pollini: Grandseigneur ohne Allüren

Kritik: Der 71-jährige Starpianist füllt jedes Jahr mühelos das Große Salzburger Festspielhaus.

Kritik.18-jährig begann er mit Chopin und gewann den Chopin-Wettbewerb in Warschau. Jetzt, mit 71, spielt er ihn immer noch. Dazwischen liegt eine beispiellose, über Jahrzehnte dauernde Karriere auf höchstem Niveau und eine stets reifer werdende Beschäftigung mit dem polnischen Komponisten.

Maurizio Pollini ist ein Grandseigneur ohne Allüren, ein ganz Großer an den Tasten. Er gibt nicht viele Konzerte im Jahr, sodass es fast schon ein Privileg ist, ihm zuzuhören zu dürfen. Aber er kommt jedes Jahr nach Salzburg, zu den Festspielen und füllt mühelos das Große Festspielhaus.

In der verlängerten Pause ließ er sich als unwohl ansagen und spielte dann trotzdem diszipliniert weiter: Chopin. Die Klaviersonate Nr. 2 in b-Moll op. 35 mit dem berühmten Trauermarsch. Suggestiv spielte er den punktierten Rhythmus und die beschwörenden Wirkungen der Wiederholungen. Er konnte durch das fahle Grau förmlich den pompösen Leichenzug heraufbeschwören.

Dann die Berceuse in Des-Dur, op. 57: Zartest ließ er die Töne des wunderbaren Wiegenliedes perlen. Und traf auch bei der bekannten Polonaise in As-Dur, op. 53, einem Paradestück, den richtigen majestätischen Ton.

Vor der Pause hörte man Robert Schumann: Kreisleriana op. 16, genannt nach der fantastischen Figur aus dem Roman von E.T.A Hoffmann. Acht Fantasien, wo er die gespenstischen und grotesken Effekte richtig wirken ließ. Und das Konzert ohne Orchester in f-Moll op. 14 (3. Sonate) mit einem „Prestissimo possibile“, einem Finale mit einem kaum mehr zu spielenden Tempo.

Aber egal, was Pollini spielt, man gerät unwillkürlich ins Schwärmen: Sein Ausdruck geht bis an die Wurzel des Stückes. Stehende Ovationen!

KURIER-Wertung: ***** von *****

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