In Ozons neuem Film ist sie als eine Art Lolita-Verschnitt in der Rolle der 17-jährigen Isabelle zu sehen.

© Filmladen Filmverleih

Marine Vacth
11/26/2013

Die Lolita von Paris

Die junge Französin ist Star des neuen Ozon-Films "Jung und schön".

von Susanne Lintl

Schmollmund, volle kastanienbraune Mähne, lasziver Augenaufschlag, Modelfigur: Marine Vacth ist ohne Zweifel die Verkörperung des männlichen Traums einer jungen Verführerin. Und somit die Idealbesetzung in François Ozons neuem Film „Jung und schön“ (Kinostart: 29. November), in dem der Pariser Erfolgsregisseur die Geschichte einer 17-Jährigen, die sich – getrieben von jugendlicher Experimentierlust – mit reichen älteren Männern prostituiert. Vacth präsentierte den Film, der im Wettbewerb von Cannes lief, bei der Viennale.

KURIER: Können Sie die jugendliche Sex-Rebellion der 17-jährigen Isabelle, die Sie in „Jung und schön“ verkörpern, nachvollziehen?

Marine Vacth: Nicht wirklich. Aber Psychologen haben mir erzählt, dass es kein unbekanntes Phänomen ist, dass sich Frauen vorstellen, Prostituierte zu sein. Das soll vorkommen. Ich hatte natürlich meine Zweifel und Ängste, dass ich da in eine sehr fragwürdige Rolle schlüpfe, als ich das Script las. Für mich war das ein großes Abenteuer. Es hat mich lange Diskussionen mit François gekostet, dass ich so rüberkomme, dass es für mich okay ist. Der entscheidende Punkt ist wohl, dass er mich nicht entblößt: Er erzählt die Coming-of-Age-Geschichte eines Mädchens, das sich ihres Körpers und ihrer Anziehungskraft bewusst wird. Da kann man sehr viel falsch machen, aber ihm habe ich vertraut.

Bilder: Wer ist Marine Vacth?

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Sie sind in vielen Szenen nackt. War das ein Problem für Sie?

Nein, es war nie peinlich. Wir haben uns alle gut verstanden am Set und viel gelacht. Die Nacktszenen sind mir nicht schwerergefallen als die anderen. Ich habe mich auch nie nackt gefühlt. Die Nacktheit war so etwas wie mein Kostüm.

Hat Ihnen die Erfahrung Ihrer Arbeit als Model genützt?

Nur insofern, als ich weiß, wie ich meinen Körper gut präsentieren kann. Ansonsten gibt es keine Parallelen zwischen Fotoshootings und Filmemachen. Bei Fotos ist ganz genau vorgegeben, wie du schauen musst und welche Pose du einnehmen musst, um ein Produkt möglichst vorteilhaft darzubieten. Da offeriert die Arbeit als Schauspielerin schon mehr Gestaltungsfreiheit.

Sie strahlen so etwas Unverkrampftes, Unbekümmertes aus. Lassen Sie alles ganz gelassen auf sich zukommen? Ja. Es kommt ohnedies, wie es kommt. Ich bin mit 14 in einem H&M-Shop entdeckt worden und habe Karriere als Model gemacht. Dann hat mir Cédric Klapisch eine Rolle in seiner Komödie „Ma part du gâteau“ gegeben, wodurch auch François auf mich aufmerksam wurde. Wenn Sie jetzt fragen, wie es weitergeht, kann ich nur sagen: Mein nächstes Projekt ist mein Baby, das im Frühjahr kommt.

Sie reden nicht gern vor Publikum, oder?

Ich traute mich nicht, mit dem Publikum in Wien zu diskutieren, weil ich das Gefühl habe, mich nur auf Französisch ausdrücken zu können. Das bringt mich sicher um viele gute Erfahrungen.

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