Das Moderatorenduo Riz Ahmed und Allison Williams

Das Moderatorenduo Riz Ahmed und Allison Williams

© REUTERS/MARIO ANZUONI

Kultur

Oscar-Nominierungen: "Corsage" aus dem Rennen, aber Österreicherin nominiert

Die Österreicherin Monika Willi ist für "Tar" in der Kategorie Bester Schnitt nominiert. "Im Westen nichts Neues" mit Österreicher Kammerer vielfach nominiert.

von Georg Leyrer

01/24/2023, 01:30 PM | Aktualisiert am 01/24/2023, 03:25 PM

Der österreichische Film "Corsage" ist nicht mehr im Oscarrennen. "Corsage" war auf der Shortlist zur Nominierung für den besten fremdsprachigen Film. Bei Bekanntgabe der Nominierungen in dieser Kategorie war der Film aber nicht mehr dabei.

Die Österreicherin Monika Willi ist für "Tar" in der Kategorie Bester Schnitt nominiert. "Tar" mit Cate Blanchett handelt von einer Dirigentin, die in einer Beziehung mit einer Geigerin (Nina Hoss) lebt, junge Frauen nicht nur aufgrund ihrer Talente fördert, sondern dafür auch erotische Gegenleistungen erwartet.

 

In Los Angeles gab das Moderatorenduo Riz Ahmed und Allison Williams die Nominierungen zum wichtigsten Filmpreis der Welt bekannt. Die meisten Nominierungen gab es mit elf für "Everything Everywhere All at Once", gefolgt von "All Quiet on the Western Front" und "The Banshees of Inisherin" mit je 9, "Elvis" mit 8, "The Fabelmans" mit 7 sowie "Tár" und "Top Gun: Maverick" mit je  6.

Unter den ersten Nominierten waren Angela Bassett, Jamie Lee Curtis, Komponist John Williams, Regisseur Ruben Östlund, Literatur-Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro, Lady Gaga und der Kurzfilm "My Year Of Dicks"

Einen weiteren Österreich-Aspekt gibt es bei "Im Westen nichts Neues": Bei dem viel gelobten Film spielt der in Wien geborene Burgtheater-Schauspieler Felix Kammerer die Rolle des jungen Soldaten Paul Bäumer. Der Film hat neun Oscar-Nominierungen eingestreift, u.a. als bester Film.

Austin Butler, Colin Ferrell und Bill Nighy waren unter anderem als beste Schauspieler nominiert. Cate Blanchett, Ana de Armas, Michelle Williams und Michelle Yeoh bei den Schauspielerinnen. Steven Spielberg und Ruben Östlund wurden als bester Regisseur nominiert. Avatar, Elvis, The Fabelmans und Tar waren unter den Nominierten als bester Film.

BESTER FILM
"Im Westen nichts Neues"
"Avatar: The Way of Water"
"The Banshees of Inisherin"
"Elvis"
"Everything Everywhere All at Once"
"The Fabelmans"
"Tár"
"Top Gun: Maverick"
"Triangle of Sadness"
"Women Talking"

BESTE REGIE
Martin McDonagh für "The Banshees of Inisherin"
Daniel Kwan und Daniel Scheinert für "Everything Everywhere All at Once"
Steven Spielberg für "The Fabelmans"
Todd Field für "Tár"
Ruben Östlund für "Triangle of Sadness"

BESTER DARSTELLER
Austin Butler für "Elvis"
Colin Farrell für "The Banshees of Inisherin"
Brendan Fraser für "The Whale"
Paul Mescal für "Aftersun"
Bill Nighy für "Living"

BESTE DARSTELLERIN
Cate Blanchett für "Tár"
Ana de Armas für "Blonde"
Andrea Riseborough für "To Leslie"
Michelle Williams für "The Fabelmans"
Michelle Yeoh für "Everything Everywhere All at Once"

BESTE NEBENDARSTELLERIN
Angela Bassett für "Black Panther: Wakanda Forever"
Hong Chau für "The Whale"
Kerry Condon für "The Banshees of Inisherin"
Jamie Lee Curtis für "Everything Everywhere All at Once"
Stephanie Hsu für "Everything Everywhere All at Once"

BESTER NEBENDARSTELLER
Brendan Gleeson für "The Banshees of Inisherin"
Brian Tyree Henry für "Causeway"
Judd Hirsch für "The Fabelmans"
Barry Keoghan für "The Banshees of Inisherin"
Ke Huy Quan für "Everything Everywhere All at Once"

BESTER AUSLANDSFILM
"Im Westen nichts Neues" (Deutschland)
"Argentina, 1985" (Argentinien)
"Close" (Belgien)
"Eo" (Polen)
"The Quiet Girl" (Irland)

Die Oscars werden dann am 12. März 2023 in Los Angeles vergeben. Moderiert wird die Preisverleihung von Late-Night-Talker Jimmy Kimmel.

Statement der Corsage-Macher

Das Team von „Corsage“ hat sich nach Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen mit einer kurzen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Über die Gründe der Entscheidung wolle man nicht spekulieren. Da im Film aber ein Schauspieler mitgewirkt habe, „der wegen des Besitzes von sexuellen Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger zum Leid unzähliger Kinder beigetragen hat“, sei es „nicht mehr vorrangig“, ob der Film für einen Preis nominiert werde oder nicht.

Man müsse sich dem Thema Gewalt an Kindern stellen und dieses „noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit“ bringen. Dafür arbeite man mit Kinderschutzorganisationen zusammen, so Regisseurin Kreutzer, Johanna Scherz und Alexander Glehr von der Produktionsfirma Film AG. Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass „Corsage“ für den britischen Filmpreis BAFTA nominiert ist.

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