Lennon: Wut, Müdigkeit, Rock und Frieden

John Lennon wäre am 9. Oktober 70 geworden. Seine Witwe Yoko Ono erinnert mit CD-Neuauflagen an ihn.
Foto: ap

Vor 70 Jahren wurde John Lennon geboren, vor 30 Jahren ermordet. Im Oktober ist sein Solowerk neu herausgekommen.

Sieben Alben brachte John Lennon zwischen der Trennung der Beatles und seinem Tod am 8. Dezember 1980 heraus, ein weiteres erschien posthum. Diese Alben wurden unter der Oberaufsicht von Yoko Ono klanglich restauriert. Des Weiteren kommen heraus: Eine Best-of-CD ("Power To The People: The Hits"), eine Vierfach-CD mit 72 Titeln ("Gimme Some Truth") und die "Signature Box": Alle Alben, dazu alle Single-Tracks und als Bonus unveröffentlichtes Material.

Die Alben im Einzelnen:

Lohn Lennon/Plastik Ono Band (1970)
Lennons vertonte Familienaufstellung: Karg, schmerzhaft privat, faszinierend intensiv, gleichzeitig sehr zart.

Imagine (1971)
Das Titelstück ist legendär. "How Do You Sleep?" ist eine bittere Abrechnung mit Paul McCartney. George Harrison veredelt dieses ein wenig harmlose Album mit seinem Gitarrenspiel.

Some Time In New York City (1972)
Sein Protestalbum. Die Songs sind schnell heruntergerissene, zornige Skizzen über politische Themen. Yoko Onos Quietschen ist schwer erträglich, vor allem auf den Livetracks.

Mind Games (1973)
John Lennon ist hörbar müde. Müde seiner Rolle als Popstar und Protestsänger , müde von den Kämpfen mit den US-Behörden, müde auch der zunehmenden Konflikte mit Yoko. Dieses Album hat schöne, intime Momente, aber es ist ebenfalls ein wenig ... müde.

Walls & Bridges (1974) Das Album entstand gegen Ende des "Lost Weekends", als John und Yoko für 18 besoffene Monate getrennt waren. Es zeigt ihn frisch, motiviert, inspiriert - ein Album voller toller Melodien, nicht weltbewegend, aber sehr unterhaltsam.

Rock 'N' Roll (1975)
Ebenfalls ein Souvenir vom "Lost Weekend": Ein Coveralbum, mit dem Lennon seine Verpflichtungen aus einem Plagiatsprozess einhielt. Sehr kurzweilig!

Double Fantasy (1980)
John hat hörbar Frieden gefunden - und wunderbar zarte Songs. Beeindruckend: Yoko Onos Beiträge - sie klingt wie eine japanische Grace Jones. Dieses Album kommt jetzt auch als entschlackter "Stripped Down"-Remix heraus.

Milk And Honey (1984)
Das Nachfolgeprojekt konnte nach Johns Tod nur noch Resteverwertung sein.

(kurier) Erstellt am
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