Manuel Rubey als Martin Merana und Stefanie Reinsperger als Franzi Heilmayr.

© ORF/Petro Domenigg

TV
12/21/2021

Landkrimi "Flammenmädchen": Wut als Brandbeschleuniger

Manuel Rubey und Stefanie Reinsperger ermitteln in Salzburg: „Flammenmädchen“ (ORF1) ist ein als Krimi getarntes Gesellschaftsdrama, das berührt.

von Marco Weise

Es ist ein Kommen und Gehen: Die Ermittler der ORF-Landkrimi-Reihe werden nach nur einem Fall gerne wieder ausgetauscht. Meistens, muss man hinzufügen, denn in Oberösterreich, Salzburg (und lange Zeit auch in der Steiermark) setzt man seit Jahren auf das selbe Personal. In Salzburg gehen Manuel Rubey als Martin Merana und Stefanie Reinsperger als Franziska Heilmayr seit 2016 zusammen auf Verbrecherjagd. Heute, Dienstag, steht der dritte gemeinsame Fall auf dem Programm (20.15/ORF1). Das ist erfreulich, denn diesem Duo schaut man gerne beim Ermitteln, beim Streiten und Scheitern zu – es menschelt herrlich.

So sieht das auch Catalina Molina, die mit „Flammenmädchen“, so der Titel des Krimis, ihre dritte Arbeit für die ORF-Reihe umgesetzt hat. „Als ich Manuel und Stefanie zum ersten Mal zusammen spielen gesehen habe, war eigentlich alles klar. Jetzt haben wir drei Filme gemeinsam realisiert, die ich wirklich mag und mit sehr wertvollen Momenten verbinde“, sagt Molina.

Auch Manuel Rubey merkte bald, dass er und Stefanie Reinsperger zusammen ganz gut grooven. Mittlerweile kenne man einander wahnsinnig gut und müsse vieles gar nicht mehr besprechen, sagt der Schauspieler. „Es gibt auch kein Konkurrenzverhalten. Es ist immer daran orientiert, wie wir die Szene zum Klingen bringen, um es mal pathetisch zu sagen. Und nicht, wer mehr Sätze hat oder auf wen die Kamera gerichtet ist. Das sagt sich leicht, aber in dem Fall ist es ein großes Vergnügen, ein großes Vertrauen und – ganz wichtig – eine gemeinsame Humorebene“, schwärmt Rubey.

Viel zu lachen haben die beiden Ermittler aber nicht, denn eine Serie von Brandstiftungen stellt sie vor einige Rätsel. Die Stimmung ist düster, die Atmosphäre beklemmend. Schon in der Eröffnungsszene erhascht man einen Blick auf die Täterin – es ist ein junges Mädchen namens Sophie (Annika Wonner). Mit dem Feuer, das sie in einem vermeintlich unbewohnten Haus legt, tötet sie einen Menschen.

Was folgt, ist eine Spurensuche in einem Dorf voller Tristesse und (zwischenmenschlicher) Kälte: Die Alten wollen nicht in der Vergangenheit wühlen, die Jugend rebelliert gegen die im Dorf vorherrschende Perspektivenlosigkeit und gibt sich dem Alkohol hin.

Talent

Catalina Molina war es wichtig, das „Flammenmädchen“ begreifbar zu machen. Die Fragestellung dabei: Wie geht es einem 16-jährigen Mädchen am Land, das allein mit seinem Vater aufwächst, der ein schweres Alkoholproblem hat und es völlig vernachlässigt, sogar verachtet? Gespielt wird dieser Teenager von Annika Wonner. „Sie ist ein wahres Talent“, so Molina über die junge Schauspielerin. Manuel Rubey sieht das ähnlich: „Es war ein Glücksgriff, mit Annika Wonner jemanden zu finden, der das so spielen kann in jungen Jahren. Man könnte den Fall weglassen, auch die ermittelnden Kommissare – alleine die Tragödie, die sich in dieser Vater-Tochter-Beziehung mit Alkoholismus und Enge des Dorfes entspinnt, wäre schon eine Geschichte wert.“

Ausgedacht hat sich das als Krimi getarntes Gesellschaftsdrama die Drehbuchautorin Sarah Wassermair, die die verlorenen Seelen (darunter Simon Schwarz als Feuerwehrkommandant Moser) eines fiktiven Salzburger Dorfes durch den Alltag stolpern lässt.

Das Schlechte zum Schluss: Es ist vorerst der letzte Fall mit Manuel Rubey und Stefanie Reinsperger. Wann und ob die beiden überhaupt noch einmal gemeinsam in Salzburg ermitteln, steht laut Molina „in den Sternen“. Der ORF hat sich noch nicht entschieden – mal abwarten. Bis dahin ist die 37-jährige Wahl-Wienerin ohnehin gut beschäftigt: Sie arbeitet gerade intensiv an ihrer ersten Serie. Worum geht es? Keine Antwort. Derzeit noch geheim.

INFOS: Eine Serie von Brandanschlägen und  das titelgebende „Flammenmädchen“ stellen Stefanie Reinsperger und Manuel Rubey vor eine neue Herausforderung, wenn das Salzburger Duo heute, Dienstag, um 20.15 Uhr in ORF1 zum dritten Mal im Landkrimi-Einsatz ist.

Für die Inszenierung zeichnet – ebenfalls zum dritten Mal bei einem Salzburger Landkrimi – Catalina Molina verantwortlich, das Drehbuch schrieb erneut Sarah Wassermair (unter Mitarbeit von Catalina Molina). 
Es ist eine Geschichte über Feuer und Außenseitertum, über alte Geheimnisse und neuen Verrat. Und über ein junges Mädchen und seine Wut.

 

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