© Burgtheater/Matthias Horn

Kultur
11/28/2019

Kusejs "Hermannsschlacht" im Burgtheater: Wir verstehen kein Wort!

Am Donnerstag hatte die erste Inszenierung des neuen Direktors Premiere. Sie begeisterte eher nicht.

von Guido Tartarotti

Ende November wurde der neue Burgtheaterdirektor Martin Kušej endlich mit seiner ersten Neuinszenierung vorstellig. Und er hatte sich dafür mit „Die Hermannsschlacht“ ein denkbar schwieriges Stück ausgesucht.

Und das aus zwei Gründen. Erstens gilt Heinrich von Kleists Monumentaldrama als kaum spielbar. Zweitens muss er damit gegen eine Legende antreten: Claus Peymanns Bochumer Inszenierung von 1982, die er dann auch nach Wien mitbrachte,  wird als Jahrhundert-Inszenierung gewertet.

Kušej zeigt den Germanen-Führer Hermann als eiskalten, geschmeidigen, völlig skrupellosen Machtpolitiker, der nichts „Barbarisches“ an sich hat, sondern an einen Diktator  von heute erinnert. Markus Scheumann  spielt diesen Hermann zum Fürchten  präzise. Bibiana Beglau ist seine animalische Frau Thusnelda. Falk Rockstroh gibt dem glücklosen römischen General Varus viel Charakter.

Die mehr als drei Stunden lange Vorstellung  hat eine gefährliche Ausstrahlung, ist aber viel zu zerdehnt und unterkühlt, um wirklich zu begeistern. „Ich verstehe kein Wort“, sagt Thusnelda an einer Stelle. „Wir auch nicht!“, ruft jemand aus dem Publikum zurück, worauf es viel Gelächter gibt.

Am Ende steht höflicher Applaus, einige Bravos, aber auch einige Buhs für den Regisseur und Hausherrn, was er mit höhnischen Gesten quittiert.

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