Kultur 09.03.2012

Kunsthallen-Mitarbeiter sind gegen Matt

© Bild: WIlhelm Schraml

Fast 90 Prozent der Kunsthallen-Mitarbeiter unterschrieben eine notariell ausgewertete Misstrauenserklärung gegen ihren Direktor Gerald Matt.

47 von 54 Mitarbeitern der Kunsthalle Wien haben eine Erklärung unterschrieben, in der dem derzeit dienstfrei gestellten Direktor der Kunsthalle Wien, Gerald Matt, das Misstrauen ausgesprochen und die Stadt Wien als Eigentümerin gebeten wird, für klare Verhältnisse zu sorgen. Die Auswertung des anonym durchgeführten Misstrauensvotums wurde durch einen Notar vorgenommen. Bezüglich seiner konkreten Auftraggeber verweist der Notar auf Anfrage auf seine Verpflichtung zur Verschwiegenheit.

Ihm seien am Mittwoch eine Liste der 54 Kunsthallen-Mitarbeiter sowie 53 Kuverts übergeben worden, heißt es in dem der APA vorliegenden Notariats-Schreiben. Vier der Schreiben hätten nicht eindeutig einem Mitarbeiter zugeordnet werden können, zwei der Schreiben seien mit dem Vermerk "Stimmenthaltung" versehen gewesen. Fazit des Notars: "Zusammenfassend heißt dies, dass 88,67 Prozent der Mitarbeiter dem derzeit dienstfrei gestellten Direktor der Kunsthalle Wien ihr Misstrauen aussprechen."

Staatsanwaltschaft und Kontrollamt mit Causa Kunsthalle beschäftigt

In der Causa Kunsthalle laufen derzeit Erhebungen von Kontrollamt, der Staatsanwaltschaft und der von der Stadt Wien beauftragten Prüffirma HLB Intercontrol. Einerseits werden die rechtlichen Details der Übernahme der Trägerschaft vom bisherigen Verein auf eine neu gegründete GesmbH geprüft, andererseits gibt es mannigfaltige Vorwürfe gegen Gerald Matt, die etwa eine Vermischung von privaten und dienstlichen Tätigkeiten sowie angeblich für Sponsorleistungen versprochene Staatsbürgerschaften betreffen.

Ein kürzlich vorgelegter Prüfbericht der von der Kunsthalle beauftragten Firma Interbilanz Hübner entlastete Matt und fand im Zusammenhang mit Möbeltransporten, Reparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen sowie bei Arbeiten in der Wohnung Matts "keine Hinweise auf privat veranlasste Kosten", die über das Haus abgerechnet worden seien. Die Dienstfreistellung Matts endet Ende März. Bis dahin will man Klarheit über die weitere Vorgangsweise gewonnen haben, hat der interimistische Geschäftsführer Franz Patay wiederholt versichert.

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Erstellt am 09.03.2012