Kunsthalle Wien wird generalüberholt

Nicolaus Schafhausen, Kunsthalle Wien…
Foto: Deutsch Gerhard Neues Denken: Nicolaus Schafhausen, seit Oktober 2012 künstlerischer Leiter der Kunsthalle Wien.

Neo-Kunsthallen-Chef Nicolaus Schafhausen baut Räume um – und will nicht nur Ausstellungen zeigen.

Seine Nachbarin im Wiener MuseumsQuartier (MQ), die seit Oktober 2010 amtierende mumok-Direktorin Karola Kraus, kennt Nicolaus Schafhausen schon „seit 25 Jahren“. Und ähnlich wie sie startet auch der seit 1. Oktober 2012 amtierende Leiter der Kunsthalle Wien mit einer Generalüberholung: Von März bis August 2013 wird die Kunsthalle im MQ wegen Renovierungsarbeiten nur eingeschränkt nutzbar sein, die erste (und einzige) reguläre Ausstellung des Jahres, „Salon der Angst“, eröffnet dort am 6. September.

Kunst und Dramaturgie

Ausstellungen sind aber ohnehin nicht das alleinige Format, mit dem der 1965 in Düsseldorf geborene Kurator der Institution zu neuem Renommee verhelfen will: Andere „sichtbare Aktionen“ wie Symposien, Performance-Events und Publikationen seien ihm ebenso wichtig, ließ er auf einer Pressekonferenz am Donnerstag wissen.

Folglich hat Schafhausen die Abteilung „Vermittlung“ in der Kunsthalle personell aufgestockt und eine eigene Abteilung für „Dramaturgie“ begründet: „Es ist interessant, dass im Theaterbereich immer mehr kuratiert wird – wir gehen da den umgekehrten Weg.“

Als erstes großes Event 2013 steht folglich auch ein „Festspiel“ auf dem Programm: „WWTBD – What Would Thomas Bernhard Do?“ (17. – 26. Mai), in Kooperation mit den Wiener Festwochen produziert, soll über 10 Tage hinweg 100 Akteure in einem Bühnenbild der Künstlerin Barbara Kruger im MQ versammeln.

Treff der Disziplinen

Die Soziologin Saskia Sassen oder der Ökonom Tim Jackson gehören ebenso zum Personal dieses „spektakulären und innovativen Bühnenstücks“ wie diverse Künstler, sagt Schafhausen, der die Kunsthalle als „Ort des Experiments“ begreift.

Da die „dringend notwendige“ Renovierung der Kunsthalle im MQ aus dem laufenden Budget bezahlt werde, blieben 2013 auch keine Mittel für Ausstellungen an alternativen Orten, sagt Schafhausen. Auch die Kosten der Neuorganisation der Kunsthalle lasteten auf dem Budget, aber „wir sind keine Nachlassverwalter, sondern schauen in die Zukunft.“ Mit „Der Brancusi-Effekt“, einer Schau zum Erbe des rumänischstämmigen Bildhauers, steht schon ein Highlight des Programms für 2014 fest.

(kurier) Erstellt am
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