Der Riesenaffe hat immer Saison: Neuauflage „Kong: Skull Island“

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"Kong: Skull Island": Ein wunderbarer Affe mit melancholischen Augen
03/09/2017

"Kong: Skull Island": Ein wunderbarer Affe mit melancholischen Augen

King Kong als toller Spezialeffekt.

von Alexandra Seibel

Kong is King. Das wissen wir längst aus unzähligen Kinobesuchen, in denen der berühmte Riesenaffe Bäume entwurzelte und weiße Frauen auf seinen Handflächen trug. Auch "Kong: Skull Island" schöpft aus dem Monster-Universum, seit 1933 mit "King Kong" klassische Vorlage für zahlreiche Neuverfilmungen. Dass "Kong" mit 190 Millionen Dollar ein sündteurer Blockbuster mit chinesischer Produktionsbeteilung ist und für den asiatischen Raum geeignet sein muss, lässt sich unschwer an der Besetzung ablesen: In der Gruppe eifriger Wissenschaftler auf der Suche nach Monstern befindet sich auch die chinesische Schauspielerin Jing Tian. Sie darf in zwei Filmstunden gefühlte zweieinhalb Sätze sprechen.

Immerhin hat sich Regisseur Jordan Vogt-Roberts alle Mühe gegeben, der Wiederkehr des immergleichen Filmstoffs einen Touch von Originalität zu verpassen. Ein bestens besetztes Ensemble aus der A-Liga Hollywoods – darunter Samuel L. Jackson, Tom Hiddleston, Brie Larson, Tom C. Reilly – arbeitet sich gut gelaunt durch ein Dschungelabenteuer und schlägt sich mit sehr gruseligen Spezialeffekten herum. Kong selbst ist ein wunderbarer Riesenaffe mit traurigen Augen, vor dessen melancholischem Antlitz die Menschen gerade mal die Größe seiner Nasenlöcher erreichen. Widerwärtige Riesenechsen, die Tötenköpfe kotzen und mit mehrfach gespaltenen Zungen fauchen, sind Kongs würdige Gegner. Ganz zu schweigen von den langbeinigen Riesenspinnen: Deren meterhohe Haxen bohren sich durch offene Menschenmünder, bevor sie noch bis drei zählen können.

Kurzum: Die CGI-Effekte sind umwerfend und in ihrem Monsterrealismus atemberaubend unterhaltsam. Auch das Jahr 1973, in dem Vogt-Roberts sein Affenabenteuer ansiedelt, inspirierte ihn zu zahlreichen popkulturellen Anspielungen – " Apocalypse Now" lässt grüßen, Seventies-Popsongs jubilieren auf der Tonspur. Und natürlich räumt der Regisseur seine Bilder mit coolem analogen Schnickschnack voll – mit Schallplatten, Tonbändern und alten Arriflex-Kameras. Sieht ziemlich gut aus.

INFO: USA 2016. 118 Min. Von Jordan Vogt-Roberts. Mit Tom Hiddleston, Brie Larson.

KURIER-Wertung:

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