┬ę dpa/A2955 Wolfgang Kumm

East Side Gallery

In Berlin ist ein Kompromiss in Sicht

Am Donnerstag gab es erneut Proteste gegen die Entfernung von Mauerteilen der East Side Gallery, nun zeichnet sich ein Kompromiss ab.

03/28/2013, 07:29 PM

Im Streit um die Berliner East Side Gallery zeichnet sich ein Kompromiss ab. Demnach k├Ânnte unter bestimmten Voraussetzungen auf weitere Durchbr├╝che durch den Abschnitt der Berliner Mauer f├╝r den Bau zweier Wohnh├Ąuser verzichtet werden, sagte ein Sprecher des Investors Living Bauhaus am Donnerstag. Vor dem Roten Rathaus demonstrierten am Nachmittag erneut mehrere hundert Menschen gegen die L├Âcher im Mauerdenkmal.

Statt weitere L├╝cken in die East Side Gallery zu schlagen, w├╝rde nach Angaben des Living-Bauhaus-Sprechers mit dem neuen Plan ein bereits bestehender Durchbruch um sechs Meter erweitert und von den zwei Investoren als Zugang zu ihren Bauten geteilt. "Wir sind grunds├Ątzlich bereit zu diesem Kompromiss unter dem Vorbehalt, dass er technisch und statisch umsetzbar ist", sagte er. Living Bauhaus will die notwendige Umplanung jetzt pr├╝fen lassen. Dies k├Ânne mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sagte der Firmensprecher.

Bilder der East Side Gallery

Ein Sprecher des Regierenden B├╝rgermeisters Klaus Wowereit (SPD) sagte, jetzt komme es bei der Umsetzung des Kompromisses "auf den guten Willen aller Beteiligten an". "Die East Side Gallery muss weitestm├Âglich geschont werden", betonte er.

Der neue Plan wurde nach Angaben des Bezirksb├╝rgermeisters von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Gr├╝ne), am Mittwoch bei einem Gespr├Ąch zwischen Investoren, Bezirk und Wowereit vereinbart. Die derzeit rund f├╝nf Meter breite L├╝cke, die nach dem neuen Plan um sechs Meter erweitert werden soll, f├╝hrt laut Schulz zum sogenannten Oststrand an der Spree. Ein bereits genehmigter, etwa 22 Meter breiter, zus├Ątzlicher Durchbruch solle nach dem neuen Plan wegfallen.

Auch die rund sechs Meter breite L├╝cke, die Living Bauhaus am Mittwochmorgen in die Mauer schlagen lie├č, soll wieder verschwinden. Sie ist nach Angaben des Investors nur vor├╝bergehend, die entfernten Mauerst├╝cke sollen sp├Ąter wieder eingesetzt werden. Auch Schulz sagte, diese L├╝cke solle laut Planung nach Abschluss der Bauarbeiten im Sommer 2015 wieder geschlossen werden.

Unkommentierte Impressionen der Demos

Angesichts der neuen L├╝cke hatte das B├╝ndnis "East Side Gallery retten" zu einer Demonstration vor dem Roten Rathaus, dem Amtssitz Wowereits, aufgerufen. Bereits seit Anfang M├Ąrz hatte es Proteste gegen das Schlagen neuer L├Âcher in die East Side Gallery f├╝r die Bauprojekte gegeben.

Der K├╝nstler Kani Alavi k├╝ndigte unterdessen an, sein Bundesverdienstkreuz zur├╝ckzugeben, das er f├╝r sein Engagement f├╝r den Erhalt des Mauerst├╝cks erhalten hatte. "Einerseits zeichnet man mich aus, andererseits wird die East Side Gallery zerst├Ârt", sagte er zur Begr├╝ndung.

Die East Side Gallery ist mit rund 1,2 Kilometern der l├Ąngste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer. Er wurde seit 1990 von K├╝nstlern mit gro├čformatigen Wandbildern bemalt und zieht jedes Jahr hunderttausende Touristen an.

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