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Kultur
11/23/2021

Kokoschka-Preis geht an Konzeptkünstler Lawrence Weiner

Der US-Amerikaner, dessen Schriftzug lange am Flakturm Esterhazypark über Wien prangte, erhält die renommierte Auszeichnung

von Michael Huber

Yoko Ono, William Kentridge, Raymond Pettibon - die Liste der internationalen Künstlerinnen und Künstler, die den Oskar-Kokoschka-Preis erhalten haben, ist lang. Die Auszeichnung wird seit 1980 alle zwei Jahre von einer zehnköpfigen Jury unter Vorsitz des Rektors der Universität für angewandte Kunst Wien vergeben, mit einem Preisgeld von 20.000,- ist es nicht nur einer der renommiertesten, sondern auch der höchstdotierten Preise, die Österreich für Kunst zu vergeben hat (der Große Österreichische Staatspreis, mit 30.000 Euro dotiert, wird abwechselnd in den Bereich Kunst, Literatur, Musik und Architektur vergeben).

Wie schon die letzte Preisträgerin Monica Bonvicini, die lange an der Wiener Akademie lehrte, hat auch der aktuelle Preisträger Lawrence Weiner eine lange Geschichte mit Österreich und seinen Institutionen - wobei diese zuletzt nicht sehr glücklich verlief.

Wien-Connection

1991 wurde das Kunstwerk "Smashed to pieces (in the still of the night)" im Rahmen der Wiener Festwochen am ehemaligen Gefechtsturm im Esterhazypark angebracht: Der Schriftzug galt manchen als Mahnmal gegen den Faschismus, tatsächlich sagte Weiner, dass er ihn recht frei, inspiriert vom Geräusch zerbrechender Flaschen, ersonnen hätte. Doch so funktionieren Weiners Wort-Skulpturen grundsätzlich: Sie werden in die Welt geschickt und sammeln Reaktionen und Assoziationen ein, werden durch die Betrachtung erst vollständig. „Mit Lawrence Weiner wird ein seit den 1960-er Jahren tätiger, herausragender Konzeptkünstler geehrt, der sich mit seiner unverkennbaren Formensprache, die zwischen dem Poetischen und dem Politischen oszilliert, auch mit dem öffentlichen Raum wirkmächtig auseinandergesetzt hat", heißt es nun in der Jury-Begründung.

1993 war Weiner von der Künstlerinnengruppe "Die Damen" als Mitglied aufgenommen worden, sein Wiener Galerist Hubert Winter richtete ihm immer wieder Ausstellungen im In- und Ausland aus. Sein Werk am Flakturm wurde jedoch 2019 - unter Protesten - entfernt. In Folge erwarben Privatsammler die Arbeit, sie wurde an einer Wand der "Angewandten" angebracht.

Der Preis wird statutengemäß am Geburtstag seines Namensgebers verliehen: Am 1. März 2022 soll er im Rahmen einer Festveranstaltung in der Universität für angewandte Kunst Wien überreicht werden. Lawrence Weiner hofft, zur Preisverleihung anreisen zu können, heißt es in der Aussendung der Universität für angewandte Kunst.

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