Kultur
29.03.2017

Koenig - ein royaler Alleinunterhalter

Lukas König veröffentlicht als Koenig sein erstes Soloalbum: "Best of 28".

Lukas König ist seit Jahren ein gefragter Mann. Der Niederösterreicher mit Hauptwohnsitz Wien beserlt und streichelt bei Projekten wie Kompost3, Jazzwerkstatt Wien und Sixtus Preiss jazzig das Schlagzeug. Einerseits.

Andererseits steht er Kollegen musikalisch zur Seite, geht Kollaborationen ein, produziert Beats und steuert Gesang bei. Diese Arbeiten tätigt er unter Pseudonymen wie Steve Raguza, Henri Torrino, King Al oder Fat Luke. Als MC Bishop half er etwa Bilderbuch bei deren Song "Softdrink" mit Raps aus. Da ihn Österreichs wichtigste Popband auch als Support für ihre Herbst-Tour 2015 dabei haben wollte, nahm Lukas König innerhalb von zehn Tagen ein paar Songs auf. Es war die Geburtsstunde seines Soloprojekts namens Koenig. Unter diesem Namen legte er nach der titellosen EP vor Kurzem sein erstes Album vor. Es nennt sich "Best Of 28" und erscheint auf Laub Records, seinem eigenen Label. "Ich hatte während meines 28. Lebensjahres 28 Skizzen zu Tracks gebastelt und die neun, die auf dem Album gelandet sind, sind eben die besten davon", erklärt Lukas König im KURIER-Interview den Albumtitel.

Musikerfamilie

Mit fünf Jahren begann er auf Anleitung seines Großvaters Schlagzeug zu spielen. "Ich komme aus einer Musikerfamilie und war auch von klein auf bei vielen Auftritten meines Vaters dabei, der mit seiner Kommerzband bei Hochzeiten, Geburtstagsfesten und Bällen spielte." Lukas König durfte den Papa dann öfters zu seinen Auftritten begleiten und schnell wurde klar: Das will der Bub auch.

Nach dem Musikgymnasium studierte er Schlagzeug am Gustav Mahler Konservatorium in Wien, der Anton Bruckner Universität in Linz und der Swiss Jazz School in Bern.

Der kommerzielle Durchbruch gelang Lukas König an der Seite von Leo Riegler. Gemeinsam bildeten sie das famos-schräge wie brachiale Dialekt-Pop-Duo König Leopold. Ihr Song "Kohlhauser" (2012), der mit dem Refrain "Holt’ die Goschn" ausgestattet ist, bescherte dem Duo nicht nur eine Top-Platzierung in den FM4-Charts, Schlagzeilen in der Fachpresse, sondern auch einen Mini-Aufreger. Denn ein steirischer Fleischhauer mit dem Nachnamen "Kohlhauser" fühlte sich durch den Song in seiner Ehre verletzt und forderte über einen Anwalt Schmerzensgeld. Absurd. Bekommen hat er verständlicherweise nichts. "Nach dem ganzen ,Kohlhauser‘-Wahnsinn, der uns auch in zahlreiche Bauerndiscos getrieben hat, war der Zeitpunkt gekommen, eine Pause einzulegen, sich anderen Projekten zu widmen", sagt Lukas König. Ob es König Leopold jemals wieder geben wird, lässt er im Gespräch offen.

Unterhaltsam

Bei seinem Soloprojekt gibt Lukas König den Alleinunterhalter. Alles wird selbst gemacht – auch live. Er bearbeitet das Schlagzeug, rappt und bedient gleichzeitig den elektronischen Instrumentenpark: Von wegen Männer sind die schlechteren Multitasker.

Diese One-Man-Show gebe ihm die nötige künstlerische Freiheit, sagt König. Diese zieht sich dann auch wie ein roter Faden durch das Album "Best of 28": Jazz-Elemente werden mit Soul-Samples, punkig gespielten Synthesizern, Hip-Hop-Beats und technoiden Strukturen kurzgeschlossen. Das mag verstörend klingen, es ist aber sehr unterhaltsam.

Info: Koenig mit "Best of 28" (Laub Records). Live am 30. 3. im Grazer Orpheum, 31. 3. im Freiraum in St. Pölten und am 1. 4. im Treibhaus Innsbruck.