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Kunst
03/25/2019

Katholische Mode sorgt für Ausstellungshit des Jahres 2018

Die Schau "Heavenly Bodies" im Metropolitan Museum New York war die populärste Schau des Jahres 2018

von Michael Huber

Das Art Newspaper hat am Sonntag sein jährliches Ranking der bestbesuchten Ausstellungen und Museen veröffentlicht. Dabei belegt das New Yorker Metropolitan Museum, das vom Österreicher Max Hollein geleitet wird, zwei Spitzenplätze: Die von der Modeabteilung des Museums ausgerichtete Schau "Heavenly Bodies - Fashion and the Catholic Imagination" war demnach die populärste Ausstellung des Jahres 2018. auf Platz 2 folgte die Präsentation von Zeichnungen Michelangelos im "Met".

Die Ausstellung "Heavenly Bodies", die historische christliche Kunst mit Haute Couture kombinierte, wurde laut Art Newspaper von rund 1,7 Millionen Menschen gesehen. Pro Tag begehrten im Schnitt fast 11.000 Personen Einlass in die Schau, die am Hauptgebäude an der Fifth Avenue ihr Zentrum hatte und auch noch die Dependance des Museums in "The Cloisters" an der Nordspitze Manhattans bespielte.

Nebender genre-übergreifen den Thematik, die nicht nur Kunstfans ansprach, leistete gewiss auch die "Met Gala" ihren Beitrag, um die Popularität der Präsentation zu pushen. Bei der jährlichen Mega-Kostümparty treten Stars in ausgefallenen Gewändern auf, unter anderem waren Rihanna, Madonna, Nicki Minaj und Beyoncé dabei.

Das "Art Newspaper" reiht die Ausstellungen nach Besuchern pro Tag, nicht nach der Gesamtbesucherzahl. Dadurch hatten es gewisse Präsentationen mit kurzer Laufzeit, aber hoher Frequenz leichter, ins Ranking zu kommen. Das Shanghai Museum in der Chinesischen Metropole etwa schaffte es gleich fünfmal in die Top Ten - darunter mit einer Ausstellung von Bronzegefäßen, die nur zwei Wochen lang im Mai 2018 zu sehen war und insgesamt 54.000 Besucher zählte. Blockbuster österreichischer Museen - etwa die Bruegel-Schau des KHM mit über 400.000 Besuchern und die Monet-Retrospektive der Albertina mit rund 490.000 Besuchern - kommen dagegen im Ranking nicht vor; sie gingen allerdings auch erst 2019 zu Ende.

Große Erfolge verbuchten auch die Gastspiele großer Museen in Asien - so war eine Präsentation der Tate Gallery im Shanghai Museum die bislang bestbesuchte Schau der britischen Institution überhaupt, obwohl sie gar nicht in Großbritannien stattfand.

Louvre an der Spitze

Im Ranking der bestbesuchten Museen konnte der Louvre 2018 seine Spitzenposition ausbauen: Mit 10,2 Millionen Besuchern verzeichnete das Pariser Haus einen Zuwachs von 26 % gegenüber dem Vorjahr. Neben einem generellen Zuwachs im Paris-Tourismus und einer sehr populären Ausstellung zum Maler Eugene Delacroix führte das Museum das Plus auch auf das populäre Video "Apeshit" von Beyoncé und Jay-Z zurück.

Auf den Stockerlplätzen der bestbesuchten Museum finden sich das chinesische Nationalmuseum in Peking (8,6 Millionen Besucher) und das Metropolitan Museum New York (6,9 Millionen Besucher).
 

Tutenchamun auf Abschiedstour

Als konstantes Zugpferd für Ausstellungen stellt sich übrigens der Pharao Tutenchamun heraus: Er bescherte dem "Met" zuletzt im Jahr 1978 seinen letzten Besucherrekord (1,4 Millionen) und könnte dies 2019 noch einmal in Paris tun. Am vergangenen Freitag eröffnete dort in der "Grande Halle de la Villette" die bislang größte Tutenchamun-Wanderausstellung, die aufgrund der enorm gestiegenen Versicherungs- und Transportkosten auch als letzte ihrer Art angepriesen wird. Die Schau läut bis 15. September, auch hier wird ein Millionenpublikum erwartet.