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Kultur
08/03/2012

Jubiläum für Barenboim: 60 Jahre Salzburg

Von Beethoven über die Klaviersonaten Schuberts bis zum Verdi-Requiem - Dirigent und Pianist Daniel Barenboim feiert Salzburg-Jubiläum.

von Peter Jarolin

Er ist – das lässt sich jetzt schon sagen – einer der prägendsten Künstler im ersten Jahr der Intendanz von Alexander Pereira. An sechs Abenden war und ist Daniel Barenboim bei den Salzburger Festspielen in seinen beiden Funktionen als Pianist und Dirigent zu erleben.

Zum Auftakt: Beethoven mit dem West-Eastern Divan Orchestra, dann Kammermusik, danach drei Abende mit den Klaviersonaten Schuberts und zuletzt das Verdi-Requiem mit dem Orchester der Mailänder Scala und den Solisten Jonas Kaufmann, Elina Garanča, Anja Harteros und René Pape – mit diesem Programm feiert der 69-Jährige sein 60-jähriges (!) Salzburg-Jubiläum.

Politik

"Ohne Musik könnte ich nicht leben", sagt der Musikdirektor der Mailänder Scala und Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Doch Barenboim ist nicht nur ein exzellenter Musiker, sondern auch ein politisch denkender Mensch. 1999 gründete er gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra, das Musiker aus Israel, den arabischen Ländern und Spanien (dort ist der Sitz des Orchesters) zusammenführt. Barenboim: "Unser Ziel ist es, Vorurteile abzubauen. Die Musiker sollen bei der Arbeit aufeinander hören, miteinander etwas gestalten. Würden auch die Politiker auf dieser Welt mehr aufeinander hören, hätten wir viele Probleme nicht."

Eigener Staat

Was meint Barenboim zum Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern? "Die Palästinenser müssen einen eigenen Staat bekommen. Nur so, wenn es zwei gleichberechtigte Staaten gibt, lässt sich dieser Konflikt vielleicht lösen. Ich verstehe aber, dass es Menschen in Israel gibt, die davor Angst haben. Nur: Angst hat noch nie zu etwas Positivem geführt. Angst lähmt."

Das gilt in Barenboims Augen auch für Europa und die derzeitige Krise. "Jetzt müssen wir Solidarität leben. Wir können nicht sagen: Wer Geld braucht, soll gehen. Ich bin kein Wirtschaftsexperte, aber ich denke, das hätte für alle EU-Länder fatale Folgen."

Doch zurück zur Musik. Auf CD (Decca) hat Barenboim mit dem West-Eastern Divan Orchestra eben alle Beethoven-Symphonien eingespielt; als Pianist die Beethoven-Klavierkonzerte. Denn: "Beethovens Musik wird auf der ganzen Welt verstanden, sie geht zu Herzen. Wenn ich nicht generell an die Kraft der Musik glauben würde, wäre ich arm." – Peter Jarolin

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