Anna  Kramer, Claudia Kottal und  Constanze Passin (v.li.n.re.) – dahinter musiziert Clara Luzia 

© bettina frenzelwww.frenzel.at

Kultur
01/31/2019

"Jetzt müssen wir auf morgen warten“ im Kosmos Theater

Das Stück von Amina Gusner mit Claudia Kottal, Anna Kramer, Constanze Passin sowie Clara Luzia (Musik) ist ein Abend von Frauen über Frauen – und Männer.

von Marco Weise

Während anfangs noch gut gelaunte Wangenküsse zwischen den drei Frauen auf der halbleeren Bühne verteilt werden, ist die Stimmung eineinhalb Stunden später im Keller. Denn: Der Ehering lässt auf sich warten, der Mann ist ständig besoffen, der Sex ist schlecht oder die berufliche Zukunft längst mit Kindern verbaut.

In „Jetzt müssen wir auf morgen warten“ berichtet die deutsche Autorin Amina Gusner auf der Grundlage von Gesprächen über weibliche Nöte. Inszeniert wird der Text im Wiener Kosmos Theater, wo die Schauspielerinnen Claudia Kottal, Anna Kramer und Constanze Passin im Minutentakt in unterschiedliche Lebenslagen und Rollen schlüpfen. Daraus ergibt sich eine abwechslungsreiche Fahrt auf der Achterbahn des Hormonhaushalts. Es geht auf und ab – zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit.

„Jetzt müssen wir auf morgen warten“ ist ein Abend voller Selbstbetrachtungen, Selbstmitleid, Selbstverleumdung sowie Selbstzweifel: Wie ist man eigentlich in dieses „scheiß Leben“ geraten? Schuld an der frustrierenden Situation sind natürlich die anderen: die Männer, die „einfach behindert sind“. Oder die eigenen Eltern, die einen zu dem gemacht haben, was man jetzt ist – nämlich fett und unglücklich. Oder ist gar „die Bitch“ daran schuld, die einem ständig ihr perfektes Familienleben vorspielt?

Die wütende Frauen-Selbsthilfegruppe sucht nach Antworten – und weiß dabei zu unterhalten: Die Pointen sitzen. Der inhaltlich etwas (mit Klischees) überladene Abend wird getragen von den glänzenden Darstellerinnen und der auf der Bühne musizierenden Clara Luzia.

Am Ende des Stücks steht die Frage: Wann beginnt endlich der Spaß im Leben? Vielleicht schon morgen. Wenn nicht: Nicht nörgeln. Immer schön lächeln! Lächeln hilft. Weinen aber auch.

Info: „Jetzt müssen wir auf morgen warten“ – am 1., 2., 5., 6., 7. und 8. Februar im Kosmos Theater.

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