Therese Schwarz (Martina Ebm) mit ihrem Mandanten Konrad W. (Manuel Rubey).

© ORF/Hubert Mican

Kultur
04/30/2020

Rubey bei "Dennstein & Schwarz": Ist der Landesrat ein "Grapscher"?

Manuel Rubey spielt im neuen Fall von "Dennstein & Schwarz" einen Politiker, der Frauen sexuell belästigt haben soll. Das Urteil wird am Freitag (1. Mai) um 20.15 Uhr in ORF2 getroffen.

von Marco Weise

Manuel Rubey steht derzeit einmal in der Woche im Rabenhof Theater und moderiert die Kultursendung „Abgesagt? Angesagt!“ (immer samstags um 20.30 auf W24 oder online unter w24.at abrufbar). Das von der Stadt Wien geförderte Quarantänen-Programm bietet wöchentlich heimischen Künstlern aus diversen kulturellen Bereichen eine Bühne.

Für Rubey ist das eine willkommene Abwechslung zum Corona-Trott. „Es freut mich, dass ich das machen darf. Denn so komme ich ein bisschen unter die Leute und habe das Gefühl, einen Job zu haben“, sagt der Schauspieler dem KURIER. Den Alltag verbringt der 41-Jährige gerade an seinem Zweitwohnsitz im Waldviertel. Im Haus am Land lebe es sich leichter als in der Wiener Wohnung. „Ich schreibe an diversen Sachen und lese viel“, sagt Rubey, der eigentlich gerade auf Tour sein sollte – mit seinem Kabarett-Programm „Goldfisch“.

„Jetzt wäre es so richtig losgegangen. Ich habe zwei Jahre daran geschrieben und konnte es bis zum Shutdown nur zirka zehn Mal vor Publikum präsentieren. Rund 40 Vorstellungen sind den Corona-Maßnahmen bereits zum Opfer gefallen. Das ist massiv. Wir versuchen, zu verschieben, was geht, aber viele Termine können nicht nachgeholt werden“, sagt Rubey.

Auch schauspielerisch steht derzeit alles still. „Keiner weiß, wie und wann es wieder weitergehen wird.“

Fallhöhe

Einer der letzten Filme, die Manuel Rubey gedreht hat, war eine Folge für die ORF-Reihe „Dennstein & Schwarz“. „Wir hatten eine gute Zeit. Maria Happel kenne ich schon länger und Martina Ebm, mit der ich davor noch nie gearbeitet habe, hat einen Humor, der mir gut gefällt“, sagt Rubey über seine Schauspielkolleginnen, die in „Dennstein & Schwarz“ die gleichnamige Anwaltskanzlei betreiben. Therese (Martina Ebm) und Paula (Maria Happel) kämpfen dabei oft mit unterschiedlichen Mitteln für Recht ODER Gerechtigkeit.

Für Maria Happel sind „das nämlich zwei grundverschiedene Dinge. Es ist nicht immer gerecht, was so im Leben passiert oder wer recht bekommt.“

Im neuen, dritten Fall der Anwaltskomödie, der am Freitag, um 20.15 auf ORF 2 zu sehen ist, geht es um „Rufmord“, um einen #MeToo-Fall, der für die Anwaltskanzlei viel Publicity verspricht. Angeklagt ist nämlich der junge, aufstrebende Politiker Konrad Wagner (verkörpert von Manuel Rubey), der kurz vor einem großen Wahlsieg bei den steirischen Landtagswahlen steht und in einem spekulativen Zeitungsartikel als „Grapscher“ beschuldigt wird. „Ich liebe solche Rollen. Machtverlust ist die größte Fallhöhe, die ich mir vorstellen kann. So fürchterlich dieser Typ ist, so sehr hatte ich großes Vergnügen daran, diese Figur zu spielen“, sagt Rubey.

Über eine lange Strecke des Films tappt der Zuseher im Dunkeln: Was und wem kann man glauben? Auf der einen Seite sind die Anschuldigungen, mit denen der Politiker konfrontiert wird, auf der anderen Seite steht der Politiker selbst, dem diese sexuellen Übergriffe viele niemals zutrauen würden. Und von dessen Unschuld nicht nur seine Frau Sylvia (Nele Kiper), sondern auch Paula, die mit dem Politiker seit Jahren eine gute Freundschaft pflegt, überzeugt ist. Wesentlich skeptischer ist Therese, die ihren Mandanten unangenehme Fragen stellt.

Kratzer im Lack

An Konrad Wagner perlen diese Anschuldigungen zunächst ab wie Wasser an einem frisch polierten Autolack. „Wenn man sich die ganzen Harvey Weinsteins und Woody Allens dieser Welt ansieht, zeigen die ja auch keine Reue und sind bis zuletzt von ihrer Unschuld überzeugt. Sie fühlen sich stattdessen missverstanden“, sagt Rubey. Klar sei nicht jede Frau Opfer und nicht jeder Mann ein potenzieller Grapscher. Pauschalisierungen hätten auch hier nichts verloren. „Aber die #MeToo-Bewegung war und ist wichtig, hat vielen Frauen und Männern Mut gemacht. Denn jemanden anzuzeigen, ist immer noch mit Scham und Angst behaftet.“

Das Bewusstsein hat sich aber geändert. Es hat eine Sensibilisierung stattgefunden. Und die ersten Beschuldigten wurden bereits verurteilt – siehe Weinstein.

Ist Konrad Wagner der Nächste? Bis zum Schluss wägt sich der Politiker in Sicherheit, da es an Beweisen mangelt. Auch die Gerichtsverhandlung läuft nach Plan. Keiner hat etwas gesehen, die Hauptzeugin will nichts sagen.

War es das mit der Gerechtigkeit? Sehen Sie selbst.

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