Furcht vor Attacken: Israelische Museen leihen ihre Werke anonym

Furcht vor Attacken: Israelische Museen leihen ihre Werke anonym
Leihgaben aus dem Israel Museum wurden in Berlin nicht ausgewiesen. Die Praxis könnte auch die Chagall-Schau in der Albertina betreffen

Das Israel Museum in Jerusalem hat nach den Hamas-Attacken am 7. Oktober beschlossen, dass es bei Leihgaben, die aus seinen Beständen an internationale Museen gehen, nicht offiziell aufscheinen will. Die Maßnahme soll vermeiden, dass Werke aus dem Museum zum Ziel israelfeindlicher Attacken werden. Andere Institutionen hätten ähnliche Maßnahmen ergriffen, berichtet der Kunst-Branchendienst Artnet unter Berufung auf einen Bericht der Zeitung Haaretz. 

Einer Redakteurin der Zeitung war aufgefallen, dass in einer aktuellen Schau zu Amedeo Modigliani im Barberini-Museum in Potsdam ein Gemälde aus dem Bestand des Israels Museums - das "Porträt Léopold Zbrorowski" - nur als anonyme Leihgabe ausgewiesen war. Normalerweise wird diese Praxis bei privaten Leihgebern angewandt - öffentliche Museen werden üblicherweise aber in den Wandtexten und im Katalog als Leihgeber genannt. Bei der betreffenden Ausstellung scheint das Musuem nur im Katalog auf.

"Feindseligkeiten"

Gegenüber Haaretz stellte die Direktorin des Israel Museums, Susanne Landau, klar, dass die Maßnahme auf ihr Geheiß ergriffen worden war - als Antwort auf die zunehmenden "Demonstrationen und Feindseligkeiten gegenüber Israel". In den vergangenen Monaten war es in New York, London oder Berlin immer wieder zu pro-palästinensischen Demonstrationen vor oder in Museen gekommen. In New York hatten Aktivisten h die Wohnhaus der Direktorin des Brooklyn Museums, Anne Pasternak,  attackiert und deren Eingangsbereich mit Parolen attackiert. 

Das Israel Museum und das Tel Aviv Museum of Art sind dem Bericht zufolge auch Leihgeber der großen Chagall-Ausstellung, die ab 28. September in der Wiener Albertina stattfindet. Wie die Leihgaben dort ausgewiesen werden, ist derzeit nicht klar.

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