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Kultur
06/20/2012

Hurch bleibt bis 2016 Viennale-Direktor

"Ich mache die Viennale immer noch mit Lust" erklärt der lang gediente Direktor des Wiener Filmfestivals im KURIER-Interview

von Susanne Lintl

Seit 15 Jahreen leitet er schon das wichtigste österreichische Filmfestival und bleibt nun, nach dem gestrigen Beschluss des Kuratoriums, bis 2016: Hans Hurch, Direktor der Viennale, freut sich über diese Entscheidung. "Ich kann sagen, dass ich die Viennale immer noch, auch nach so langer Zeit, mit viel Freude und Lust mache", resümiert der Oberösterreicher mit der großen Filmleidenschaft. Immer noch mache es ihm Spaß, Neues zu entdecken und auf andere Festivals zu fahren oder mit Wonne daheim einen Film einzulegen: "Ich verspreche, an dem Tag, wo ich das nicht mehr gerne mache, werde ich aufhören."

Obwohl er sich "wirklich nicht beklagen kann", sei die Atmosphäre in den vergangenen Jahren schon rauer geworden. Vor allem, was das Geld beträfe: "Wir leben in einer Zeit, in der weniger Spielraum und Luft für die Dinge ist. Im Bereich der Viennale-Sponsoren muss ich immer wieder aufs Neue kämpfen. Da gibt es keine Automatik, sondern jedes Jahr muss neu verhandelt werden über das, was sie uns geben wollen."

Wie sehr hat er dem Festival seine Handschrift aufgedrückt? "Wenn man etwas so lang macht, prägt man es automatisch. Aber die Viennale ist sicher nicht das Festival des Hans Hurch. Es ist mehr: Es bildet in neugieriger Form den Zustand des gegenwärtigen Kinos ab."

"Ich bin gern ein Dinosaurier"

Viennale-Präsident Eric Pleskow freut sich mit Hurch. Denn die Viennale sei von Jahr zu Jahr besser geworden. Und Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sieht Qualität und Handschrift eines Festivals untrennbar mit der Intendantenpersönlichkeit verbunden: "Hans Hurch ist ein Film-Aficionado, der dem Festival einfach gut tut." Hurchs Vertrag wäre bis 2013 gelaufen.

Hurch ist einer der längst dienenden Kulturmanager des Landes. Nach Diskussionen über eine zeitliche Beschränkung solcher Jobs auf höchster Ebene, ausgelöst etwa durch den unrühmlichen Abgang von MAK-Direktor Peter Noever, sprach sich der gebürtige Oberösterreicher für eine größere Transparenz aus. "Ich bin gern ein Dinosaurier - und zwar im guten Sinne des Wortes als eine vom Aussterben bedrohte oder bereits ausgestorbene Gattung von Pflanzenfressern und damit völlig harmlosen Tieren. Das heißt aber nicht, dass ich bis zum Holzpyjama die Viennale führen muss."

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