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Hayden Panettiere: Marschbefehl in die fremdbestimmte Karriere

Hayden Panettiere, Kinderstar und Seriendarstellerin, starb mit 36 Jahren. Warum ihre Karriere bis zuletzt nicht ihr allein gehörte.
Blonde Frau in schwarzem Outfit mit Mantel und hochgesteckten Haaren vor einer Filmkulisse.

„Ich war eine kleine Soldatin. Ein ,Nein’ war nie eine Option. Es hieß nur: ,Da sind deine Szenen, da sind deine Dialoge, lern sie, steh richtig, mach, was der Regisseur dir sagt. Ich nahm meinen Marschbefehl entgegen.“

So beschrieb Hayden Panettiere in einem Interview mit dem „Hollywood Reporter“ heuer ihre Zeit als Kinderschauspielerin. Bereits mit 7 Jahren stand sie vor der Kamera, auf Betreiben ihrer Mutter. „Ich werde nie wissen, ob ich selbst auch je auf die Idee gekommen wäre, Schauspielerin zu werden.“

Mit 17 Jahren wurde Panettiere mit der TV-Serie „Heroes“ als Cheerleaderin, die wie andere Personen plötzlich Superkräfte hat, so richtig berühmt. Gleichzeitig war die Schauspielerin bereits in Teenagerjahren mit Alkohol und Tabletten in Kontakt gekommen, was später zur jahrelangen Abhängigkeit führen sollte. In ihren Memoiren „This Is Me: A Reckoning“, die heuer im Mai erschienen sind, berichtet sie von einer Episode aus jener „Heroes“-Zeit, als eine Kollegin sie in einer Yacht ins Bett eines „alten, sehr berühmten, nackten Rockstars“ gesteckt hätte. Panettiere konnte sich erfolgreich wehren.

Brennen gegen Angst

2010 machte sie Schlagzeilen mit ihrer Beziehung mit dem früheren Box-Weltmeister Wladimir Klitschko. Die beiden waren verlobt, bekamen zusammen 2014 eine Tochter und trennten sich 2018. Bereits 2015 gab Panettiere bekannt, dass sie sich wegen einer Wochenbettdepression in Behandlung begeben hatte. Sie wurde zu einem Sprachrohr für mehr öffentliche Präsenz dieser gefährlichen Krankheit.

Ein Mann im Smoking und eine Frau im glitzernden Kleid posieren auf dem roten Teppich vor einer KURIER-Wand, er hält eine Trophäe.

2011 übergab Hayden Panettiere eine KURIER-Romy in Wien.

In ihrer Autobiografie schildert sie später, wie Alkoholsucht dazukam: „In dem Moment, als ich dieses Brennen spürte, war die Angst, die ich seit der Geburt meiner Tochter verspürt hatte, verschwunden.“ Nicht zuletzt deshalb hat sie sich entschieden, ihre Tochter beim Vater aufwachsen zu lassen.

Songs in den Charts

Inmitten dieser mentalen Probleme spielte sie von 2012 bis 2018 in der TV-Serie „Nashville“ über zwei Sängerinnen im Country-Zentrum. Hier kam ihr Schauspieltalent zutage, es wurde mit zwei Golden-Globe-Nominierungen belohnt. Auch mit ihrem Gesang reüssierte Panettiere, einige Songs der Serie landeten in den Charts. Und doch ist „Nashville“ auch ein weiteres Beispiel für Übergriffigkeit gegenüber Hayden Panettiere. Denn ihr eigenes Schicksal wurde immer häufiger zur Geschichte ihrer Figur Juliette Barnes. „Die Drehbücher kamen so schnell, es war zu wenig Zeit, da Sand ins Getriebe zu streuen. Heute würde ich vielleicht sagen: ,Bitte zieht mich nicht dauernd durch den Dreck’. Ich mach das gerne ab und zu, aber es setzt mir zu.“

Im selben Interview wurde Panettiere gefragt, ob sie glaube, dass ihre lange auf verschiedene Arten fremdbestimmte Karriere jetzt ihre eigene ist. Die Antwort war: „Nein, ich glaube nicht. Aber ich arbeite daran.“

Am Sonntag ist Hayden Panettiere gestorben. Ermittlungen hätten keine Hinweise auf ein Verbrechen ergeben, so die Polizei. Die Schauspielerin war 36 Jahre alt.

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