© ORF/Hubert Mican

Tatort
09/06/2020

Harald Krassnitzer: "Ich bin eher der Jo-Jo-Typ"

Harald Krassnitzer ermittelt im neuen "Tatort" (20.15/ORF2) im Fitnesscenter und wird am 10. September 60 Jahre. Groß feiern wird er nicht. Ein Gespräch über Geburtstagswünsche, seine Zukunft als Moritz Eisner, Doping und mögliche Systemänderungen.

von Marco Weise

Es geht um Muckis, um Doping, verbotene Substanzen, Sozialbetrug, Rache und Mord. „Pumpen“, der neue und wendungsfreudige Fall aus Wien, greift viele Aspekte auf und bringt das Ermittler-Duo Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) gehörig ins Schwitzen.

Der Ausstrahlungstermin für den heute Abend um 20.15 Uhr auf ORF2 zu sehenden Krimi, wurde nicht zufällig gewählt. Vielmehr ist er ein Geschenk für Harald Krassnitzer: Der Schauspieler feiert nämlich am 10. September (Donnerstag) seinen 60. Geburtstag.

Geschenkt wird ihm in seinem 47. Fall aber nichts: Zum Auftakt der Jubiläums-„Tatort“-Saison (Die Kultkrimireihe feiert Ende November sein 50-jähriges Bestehen) muss Harald Krassnitzer nämlich ins Fitnessstudio. Ein Ort, an dem er privat ganz selten anzutreffen ist, wie er im Gespräch sagt.

KURIER: Wie viele Liegestütze schaffen Sie?

 

Harald Krassnitzer: Keine Ahnung. Ich habe das schon länger nicht mehr probiert.

Wie halten Sie sich fit?
Ich wandere viel, fahre, so oft es geht, mit dem Fahrrad oder gehe schwimmen. Aber so etwas wie ein tägliches Fitnessprogramm habe ich nicht. Dafür hätte ich auch gar keine Zeit. Und wenn ich einmal Freizeit habe, dann möchte ich diese nicht im Fitnessstudio verbringen, sondern unternehme lieber etwas mit meiner Familie und Freunden.

Wie sieht es mit der Ernährung aus, zählen Sie jede Kalorie?
Nein, ich bin eher der Jo-Jo-Typ. Manchmal bin ich mehr, manchmal weniger. Das ist auch der Arbeit geschuldet. Denn bei den Dreharbeiten esse ich immer unregelmäßig und oft nicht sonderlich ausgewogen. So nimmt man halt das eine oder andere Kilo zu. Aber ich verfalle dann nicht in eine Depression, denn ich weiß, dass wieder andere Zeiten kommen. Zeiten, in denen wieder mehr Sport und eine gesündere Ernährung am Programm stehen.

In „Pumpen“ wird u. a. das Thema Doping unter Freizeit- und Amateursportlern aufgegriffen. Ist die „Leistungsoptimierung“ bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen?

Darüber weiß ich einfach zu wenig, um es bestätigen zu können. Aber ich habe bereits von einigen Hobby- und Amateur-Sportlern gehört, dass in gewissen Bereichen zunehmend leistungsfördernde Substanzen zur Anwendung kommen. Zum Glück merken die Leute dann auch schnell, dass die ganzen Pulverln, Tabletten und Nahrungsergänzungsmittel nichts bringen, sich negativ auf den eigenen Körper auswirken.

Pumpen“ ist der 23. Fall mit Adele Neuhauser und ihr 47. „Tatort“. Wie lange wollen Sie noch als Moritz Eisner ermitteln?
Wir haben für nächstes Jahr soeben neue „Tatort“-Dreharbeiten fixiert. Weiter blicke ich nicht voraus. Denn was ich heute sage, kann morgen schon hinfällig sein. Das zeigen uns aktuell auch jüngsten Ereignisse rund um Corona machen einem klar, dass das Leben ganz schnell in eine andere Richtung gehen kann. Daher hat jede Prognose die man heute trifft, zum Beispiel was die Gesundheit oder die Wirtschaft angeht, eine geringe Halbwertszeit. Wie es mit dem „Tatort“ aus Wien weitergeht, wird sich zeigen. So lange Euphorie vorhanden ist, wir uns nicht Wiederholen und uns die Leute dabei gerne zusehen, solange machen wir weiter. Die Lust auf mehr ist auf jeden Fall vorhanden.

Für ihre Rolle als Bombenleger in der Servus-TV-Serie „Meiberger“ mit Fritz Karl haben sie zuletzt eine ROMY-Nominierung erhalten. Gefällt Ihnen die Psychopathen-Rolle?
Es hat mich sehr gefreut, dass ich dafür eine ROMY-Nominierung erhalten habe. Mir hat es auch wirklich großen Spaß gemacht, an der Seite von Fritz Karl zu drehen und diesen kaputten Charakter zu spielen. Ich habe kürzlich auch einen Geiselnehmer gespielt, in einem Film mit Marion Mitterhammer, der wohl nächstes Jahr ins Kino kommen wird.  Ich merke schon, dass ich gerne gebrochene, schräge, rätselhafte Figuren verkörpere. Da kann man sich schauspielerisch nämlich richtig austoben.

Sind Sie gut durch den cornabedingten Lockdown gekommen?
Ich fand die Zeit im Lockdown durchaus auch angenehm, weil ich die Möglichkeit hatte,  zu reflektieren: Was ist mir wichtig? Was brauche ich unbedingt, was ist nur Ballast? Ich habe natürlich, wie viele andere auch, meinen Kasten aussortiert und mich von einigen Sachen befreit. Ich habe auch die Entschleunigung entdeckt, und den Urlaub zuhause genossen. Aber man hat natürlich auch Angst, da viele Bereiche und Menschen unter dieser Krise enorm leiden: wirtschaftlich und psychisch. Was passiert mit den ganzen Arbeitslosen, wie bekommen wird das alles wieder auf die Reihe? Viele kämpfen seit Wochen ums Überleben, einige haben seit Monaten kein Einkommen mehr, weil sie freischaffende Künstler sind.

Sollte man daher das vorhandene System überdenken?
Ja, es müsste sich in diesem Bereich etwas ändern. Klar, wäre es wünschenswert, wenn es für freischaffende Künstler ein Grundeinkommen gäben würde. Denn Künstler haben immer wieder das Problem mit temporären Anstellungen und Stehzeiten zwischen den einzelnen Produktionen. Sie kommen daher oft nicht auf die gesetzlich nötigen Wochen, um Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld in Anspruch nehmen zu können. Da gibt es schon Schrauben, an denen man drehen könnt
e.

Tatort: Zwischen den Fronten

Sie gelten als Geburtstagsmuffel. Wie werden Sie Ihren 60er feiern?

Ich werde mich wie immer zurückziehen und versuchen, dem ganzen Trara und Stress zu entkommen. Denn mit meinem Geburtstag habe ich mir immer schon ein bisserl schwergetan. Er bringt mich immer in Verlegenheit, da man andere Menschen zu irgendeiner Reaktion nötigt – und das ist mir unangenehm.

Der ORF feiert Sie trotzdem mit einem TV-Schwerpunkt

Und darüber freue ich mich auch sehr. Wenn ich dazukomme, schaue ich mir den einen oder anderen alten Film mit mir auch an. Aber grundsätzlich bin ich keiner, der in der Vergangenheit lebt, gerne zurückblickt, sondern einer, der stets seinen Blick nach vorne richtet. Außerdem bin nun in einem Alter, in dem die Zahl der Sterbefälle im Bekanntenkreis stets zunehmen. Ich bekomme bereits mehr Todesmeldungen als Nachrichten darüber, dass jemand geboren wurde. Daher konzentriere ich mich auch ausschließlich auf die Gegenwart.

Gibt es einen Geburtstagswunsch?

Einen Wunsch nicht, aber eine Hoffnung – und zwar jene, dass bald ein Impfstoff, gegen das Coronavirus gefunden wird. Ein Mittel, dass das Leben wieder ertragbarer macht. Und die zweite Hoffnung ist, dass die Menschheit Lösungen für die globalen Probleme wie den Klimawandel findet, damit die zukünftigen Generationen ein ähnlich gutes und friedliches Leben wie wir führen können.

Welche Torte werden Sie zum Geburtstag anschneiden?
Das weiß ich noch nicht. Ich habe da keinen speziellen Wunsch. Damit wird mich meine Frau überraschen. Ich bin kein großer Toten-Liebhaber.

Tatort "Kinderwunsch"

Krassnitzer-Festspiele im ORF

Ob als „Bergdoktor“, „Winzerkönig“, „Tatort“-Kommissar oder in zahlreichen weiteren Rollen – Harald Krassnitzer wird in jeder Rolle zum Publikumsliebling, begeistert regelmäßig ein Millionenpublikum in Österreich und über die Grenzen hinaus und wurde für seine schauspielerischen Leistungen mehrfach ausgezeichnet. ORF 2, ORF III und das Landesstudio Salzburg widmen Harald Krassnitzer, der am 10. September seinen 60. Geburtstag feiert, einen umfassenden Programmschwerpunkt: Mit dem ORF-Krimi „Pumpen“ eröffnet er in einer seiner Paraderollen als Moritz Eisner am Sonntag, dem 6. September 2020, um 20.15 Uhr in ORF 2 gemeinsam mit Adele Neuhauser die neue „Tatort“-Saison.

Zuvor begibt sich Krassnitzer im Rahmen der ORF-„matinee“ noch einmal an seine persönlichen „Orte der Kindheit“ (6. September, 9.05 Uhr, ORF 2) im Salzburger Land. „Salzburg heute“ (19.00 Uhr), Radio Salzburg und https://salzburg.ORF.at/ präsentieren am Donnerstag, dem 10. September, weiters ein Porträt mit ausführlichem Interview mit dem Jubilar.

Zum Fall "Pumpen“

Das österreichische Erfolgsduo eröffnet die neue „Tatort“-Saison: „Pumpen“ steht am Sonntag, dem 6. September, um 20.15 Uhr in ORF 2 auf dem Dienstplan, wenn die Spurensuche Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser im 23. gemeinsamen Krimi in ein Fitnessstudio führt. Steckt Handel mit verbotenen Substanzen hinter der Tat, oder ist es doch ein ganz anderes Motiv, das mit dem Mordfall zu tun hat? Neben Krassnitzer und Neuhauser standen für diesen neuesten ORF-„Tatort“ u. a. auch wieder Thomas Stipsits, Hubert Kramar und Günter Franzmeier sowie die beiden mit dem Österreichischen Filmpreis 2019 ausgezeichneten Anton Noori und Laurence Rupp vor der Kamera. Andreas Kopriva feiert mit „Pumpen“ sein „Tatort“-Regie-Debüt. Für das Drehbuch zeichnen – ebenfalls erstmals – Robert Buchschwenter und Karin Lomot verantwortlich. 

Leichte Unterhaltung mit Krassnitzer: „Hochzeit in Rom“

Eine bevorstehende „Hochzeit in Rom“ führt Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer am Sonntag, dem 6. September, um 14.30 Uhr in ORF 2 in die italienische Hauptstadt. Doch schon beim Treffen der Eltern des Brautpaares kommt so manch gut gehütetes Geheimnis ans Licht – und die geplanten Feierlichkeiten werden zu einer großen Herausforderung. In Olaf Kreinsens Liebeskomödie spielen u. a. auch Matthias Zera, Federica Sabatini, Ricky Tognazzi, Stefania Rocca und Annika Ernst.

Außerdem findet sich das TV-Publikum gemeinsam mit „Familie Wöhler auf Mallorca“ (9. September, 20.15 Uhr, ORF 2) wieder. Bei einer gemeinsamen Bergtour soll der Familienfrieden wieder hergestellt werden – doch das Vorhaben gestaltet sich weitaus schwieriger als gedacht. Neben Publikumsliebling Harald Krassnitzer sind in diesem Spielfilm u. a. Michael Gwisdek, Tino Mewes und Jennifer Ulrich zu sehen.

Am Samstag (12. September) steht „Meine fremde Frau“ auf dem Programm in ORF 2: Zu ebendieser wird Ursula Strauss, die sich nach einem Autounfall an nichts und niemanden – und so auch nicht an TV-Ehemann Harald Krassnitzer – erinnern kann. Und schließlich stellt sich auch heraus, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Unfall handeln kann ... Neben Strauss und Krassnitzer sind Dominik Warta, Nicholas Ofczarek, Philipp Hochmair, Cornelius Obonya und Juergen Maurer Teil der hochkarätigen rot-weiß-roten Besetzung.

Filmschwerpunkt in ORF III

Auch ORF III Kultur und Information gratuliert Harald Krassnitzer zu seinem runden Geburtstag. Zu sehen ist u.a. die Komödie „Trau niemals deiner Frau“ (21.50 Uhr) . Mit dem Zweiteiler „Die Dickköpfe“ – mit Ottfried Fischer und Harald Krassnitzer in den Hauptrollen – wird der Schwerpunkt am Samstag, dem 12. September, ab 10.55 Uhr fortgesetzt, gefolgt von den Fernsehfilmen „Der Wettbewerb“ (14.00 Uhr) und „Gefährliche Gefühle“ (15.30 Uhr), in denen Krassnitzer ebenfalls in einer Hauptrolle zu sehen ist.

Die Sendungen des Harald-Krassnitzer-Schwerpunkts werden, sofern die entsprechenden Online-Lizenzrechte vorhanden sind, auf der ORF-TVthek (https://TVthek.ORF.at) als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung für sieben Tage als Video-on-Demand bereitgestellt.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.